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Wer eine Firma gründen will, braucht auch die richtige Einstellung. Denn Innovation geht oft einher mit Regelbruch – und dem Prägen neuer Regeln. Worauf es beim Unternehmer-Mindset ankommt, erklärt der Gründungsforscher Andreas Kuckertz.

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, ein Unternehmen zu gründen? Die Zeiten dafür scheinen gut zu sein: Laut Start-up-Verband zumindest wurden im ersten Halbjahr 2026 über 50 Prozent mehr neue Firmen gegründet als im gleichen Zeitraum im Vorjahr – und damit mehr als im gesamten Jahr 2024.

Jetzt kommt allerdings ein Aber: Gleichzeitig gründen viel weniger junge Menschen, als es eigentlich gerne würden. Warum? Da ist vor allem dieses Sicherheitsdenken. Und klar, bürokratische Hürden und fehlende Förderung spielen auch eine Rolle. Auch Know-how fehlt oft.

Zwischen bestehenden Strukturen und kreativer Disruption

Wichtig nicht zuletzt allerdings: euer Mindset! Denn wenn ihr ein Unternehmen, ein Start-up etwa, gründen wollt, bewegt ihr euch meistens in einem ziemlichen Spannungsfeld:

  • Ihr wollt etwas Neues schaffen und dabei müsst ihr auf bestehende Rahmenbedingungen, Regeln und Strukturen aufbauen.
  • Gleichzeitig müsst ihr im Zweifel aber auch dazu bereit sein, mit Regeln zu brechen oder Strukturen zu verändern, damit dieses Neue überhaupt klappen kann – und das dauerhaft.
"Innovation entsteht oft, wenn bestehende Ordnung infrage gestellt wird."
Andreas Kuckertz, Gründungsforscher und -berater

Und irgendwo zwischen diesen Polen, dem Bestehenden und dem Neuen, liegt euer Weg als Unternehmer*in. Denn Innovation braucht oft Regelbruch und oft auch grundlegende Veränderung – Stichwort: Disruption.

Ohne neue Regeln geht's nicht

Dabei werden auch neue Regeln gesetzt.

"Regelsetzung ist nie neutral – neue Regeln schaffen Ordnung und neue Machtverhältnisse."
Andreas Kuckertz, Gründungsforscher und -berater

Welches Mindset günstig ist für Unternehmer*innen, welches Mindset auch das Gründungsumfeld braucht und welche Folgen innovativer Regelbruch haben kann, das und mehr erklärt der Gründungsforscher und -berater Andreas Kuckertz anhand von sieben Thesen und aufschlussreichen Beispiel-Gründerstories in dieser Hörsaal-Folge.

Der Gründungsforscher Andreas Kuckertz, Betriebswirtschaftler und Professor an der Uni Hohenheim in Stuttgart
© Andreas Röbl
Der Gründungsforscher Andreas Kuckertz

Andreas Kuckertz ist Betriebswirtschaftler und Professor an der Uni Hohenheim in Stuttgart – er leitet dort das Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship). Als Mentor und Berater unterstützt er Gründer*innen auch ganz praktisch und macht zudem Politikberatung in dem Bereich.

Den Vortrag "Rulebreakers, Rulemakers: Unternehmertum zwischen Innovation und Ordnung" hat er am 6. Mai 2026 im Rahmen des 19. Karl-Vodrazka-Kolloquiums an der Johannes Kepler Universität Linz gehalten.

Hörtipp

Unboxing News, ein Podcast von Deutschlandfunk Nova

Shownotes
Regeln brechen, Regeln setzen
Das richtige Mindset für Gründer
vom 08. Oktober 2026
Moderation: 
Katrin Ohlendorf
Vortragender: 
Andreas Kuckertz, Professor für Betriebswirtschaftslehre, Schwerpunkt Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship), Universität Hohenheim, Stuttgart
  • Vortragsbeginn
  • These 1: Innovation entsteht oft, wenn bestehende Ordnung infrage gestellt wird.
  • These 2: Unternehmertum kann Ordnung ausnutzen, brechen und neu gestalten.
  • These 3: Ordnung ist nicht das Gegenteil von Innovation.
  • These 4: Produktiver Regelbruch lebt von begrenzter Nonkonformität.
  • These 5: Produktiver Regelbruch endet nicht beim Regelbuch.
  • These 6: Regelsetzung ist nie neutral.
  • These 7: Wenn wir produktiven Regelbruch wollen, dürfen wir nicht nur Anpassung lehren.
  • Fazit
  • Hörtipp: Unboxing News
Quellen aus der Folge: