Manche Menschen fahren gerne einfach drauflos, andere planen ihren Urlaub ziemlich genau. So zum Beispiel Anna Hadzelek, die bei ihren Bergtrips möglichst wenig dem Zufall überlässt. Warum es ohnehin meist nicht ganz ohne Planung geht, verrät die Tourismus-Soziologin Kerstin Heuwinkel.

Podcasterin Anna Hadzelek wandert für ihr Leben gerne – und das am liebsten in den Bergen. Spontan gucken, was kommt, funktioniert bei ihren Bergtouren nicht. Fakt ist, Bergtouren müssen anders als ein Urlaub am Strand ziemlich genau geplant werden.

Selbst die Vorbereitung für eine kleine Tageswanderung kann schon mal einen halben Tag in Anspruch nehmen. Die Planung werde dabei von vielen Faktoren beeinflusst, sagt Anna. Im Hochsommer muss beispielsweise die Wasserversorgung sehr vorausschauend geplant werden.

"Im Hochsommer ist zum Beispiel die Wasserversorgung bei längeren Bergtouren ein Riesenthema."
Anna Hadzelek vom Podcast Bergfreundinnen

Bäche und Quellen sind zwar in Karten verzeichnet. Wenn aber beispielsweise oberhalb eines Baches eine Kuhherde weidet, dann ist das Wasser wegen der Ausscheidungen der Tiere nicht mehr trinkbar. Faktoren wie diese müssen in die Planung einbezogen werden. Genaue Vorbereitungen gelten natürlich auch für das Essen und die richtige Kleidung am Berg.

Planungs-Fails kommen vor

An einen Planungs-Fail erinnert sich Anna besonders. Sie hatte eine Skitour geplant am Ende der Saison, und die sollte noch mal etwas ganz Besonderes werden. Obwohl sie am Abend vor der Tour ein mulmiges Gefühl hatte, ging sie trotzdem frühmorgens los.

"Direkt nach dem Start der zehnstündigen Tour bin ich einfach kreidebleich zusammengeklappt. Ich musste mir eingestehen, heute ist nicht der Tag dafür."
Anna Hadzelek vom Podcast Bergfreundinnen

Doch schon nach den ersten 20 Minuten der zehnstündigen Tour klappte Anna kreidebleich zusammen. Die Signale ihres Körpers hatte sie bis dahin total verdrängt. Während die anderen die Tour fortsetzten, ging sie zurück zum Auto und schlief dort stundenlang.

Warum Urlaube meist ohnehin etwas Planung brauchen, weiß Kerstin Heuwinkel, Professorin für Internationales Tourismus-Management. Das ist schon aus Termin- und Preisgründen nötig. Je nach Verkehrsmittelwahl muss auch das gebucht werden.

Durch die Unwägbarkeiten in der Corona-Pandemie gibt es mehr Menschen als sonst, die erst mal abwarten und spontaner entscheiden. In den vergangenen Jahren verreisen auch mehr Menschen wieder mit dem Auto oder Campern.

Wer plant, kann Geld sparen

Wer beim Reisen nicht nur in dasselbe Hotel zurückwill, sondern auch vielleicht noch dasselbe Zimmer haben möchte, der muss teils ein Jahr im Voraus planen. Wer früh plant, spart zudem eine Menge Geld durch Frühbucherrabatte.

"Die Urlaubsanbietenden wollen frühzeitig ausgelastet sein und animieren die Menschen früh zu buchen."
Kerstin Heuwinkel, Professorin für Internationales Tourismus-Management

Spontanität gibt es aber durchaus auch in geplanten Urlauben, schließlich begegnet man da auch Menschen, sagt Kerstin Heuwinkel. Dazu kommen andere Gerüche und eine andere Umgebung, die überrascht. Manchmal sei man im Urlaub auch von sich selbst überrascht, sagt Kerstin Heuwinkel. Die Überraschung sei das Wertvolle beim Reisen.

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