Woher weiß der Schönheitschirurg überhaupt, was schön ist? Wenn nicht, kann er sich an den Künstlern der Renaissance orientieren und zum Beispiel die Schönheitsideale Michelangelos an dessen Marmorskulptur "David" studieren.

Wer mit seinem Äußeren nicht zufrieden ist, kann sich vertrauensvoll in die Hände eines Schönheitschirurgen begeben. Tatsächlich heißt er aber "Facharzt für plastische und ästhetische Chriurgie" - auch weil Schönheit doch etwas ziemlich Subjektives ist.

Orientierung für Schönheitsideale liefern die bildenden Künstler der Renaissance, die wie Michelangelo auf der Suche nach dem perfekten Körper waren. Deshalb sieht sich der Schönheitschirurg ganz in der künstlerischen Tradition als "Michelangelo des Skalpells".

"Für die Plastischen Chirurgen verkörpert es die Schönheit der menschlichen Formen und demonstriert die perfekten Proportionen."

Die Kunsthistorikerin Uta Kornmeier vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung führt als einen Beleg Michelangelos Marmorskulptur des "David" an, jenes Kunstwerk, das in Zusammenhang mit der plastisch-ästhetischen Chirurgie am häufigsten abgebildet wird.


Uta Kornmeier hat ihren Vortrag "Nach allen Regeln der Kunst" am 11. Oktober 2016 im Museum für Kommunikation in Berlin gehalten.