Wie eine Abtreibung in Filmen und Serien dargestellt wird, war ziemlich lange ziemlich eindimensional. Der Schwangerschaftsabbruch wird als etwas Trauriges, manchmal sogar als eine traumatische Erfahrung dargestellt. Langsam ändert sich das etwas.

Die Frau, die die Abtreibung vornehmen lässt, hat Zweifel und Schuldgefühle. Hinterher steht die Frage im Raum, ob es nicht doch eine Option gewesen wäre, das Kind zu behalten. Es gibt natürlich nicht ausschließlich dieses Narrativ, aber sehr häufig. Daran ändert sich langsam etwas, auch wenn viele Abtreibungen, die in Filmen und Serien zu sehen sind, oft nicht sehr nah an der Realität sind.

Wie Schwangerschaftsabbrüche im Kino und Fernsehen dargestellt werden, dazu forscht die Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin Franzis Kabisch. Auf ihrem Instagram-Kanal stellt sie besonders bemerkenswerte Inszenierungen vor.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Bei ihrer Forschung hat sie festgestellt, dass in Filmen und Serien quasi immer Cis-Frauen eine Abtreibung haben. Die sind meistens jung, selten kommt mal eine ältere Frau vor, die schon Kinder hat und zum Beispiel keine weiteren Kinder mehr möchte.

"Es wird nie gezeigt, dass trans Männer auch schwanger werden können, oder Menschen, die nicht binär sind und sich gar keinem Geschlecht zuordnen, aber eine Gebärmutter haben."
Franzis Kabisch, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin

Wenn es um das Thema Abtreibung in Filmen und Serien geht, geht es auch oft um die Frage, ob sich eine Person durch die Abtreibung schuldig gemacht hat.

"Ich glaube, dass für viele unbewusste Wertungen mit reinspielen. Aber nicht, weil sie das selber erfahren haben, sondern weil sie das in der Gesellschaft über Diskurse und Popkultur so aufnehmen."
Franzis Kabisch, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin

In "Eine Stunde Liebe" spricht Franzis außerdem darüber, welche Rolle der männliche Blick, der "male gaze", bei der Inszenierung von Abtreibungen spielt, und warum es auch bei Abtreibungen gut funktionieren kann, mit Humor zu arbeiten, wenn man ein paar Punkte beachtet.

Außerdem gibt es von Franzis noch eine Liste mit Film- und Serientipps, die das Thema Abtreibung auf eine sehenswerte Art behandeln:

  • Please Like Me (Serie, Netflix)
  • Porträt einer jungen Frau in Flammen (Film)
  • Obvious Child (Film)
  • Dirty Dancing (Film)
  • Little Fires Everywhere (Serie, Amazon Prime)
  • The Letdown (Serie, Netflix)