Yma Louisa Nowak verdient ihr Geld auf OnlyFans, wo User sich ihre Nacktfotos für ein Monatsabo ansehen können. Damit will sie als "dicke" Woman of Color, wie Yma sich selbst bezeichnet, Tabus brechen.

Das erste Mal, als Yma Louisa sich nackt im Netz gezeigt hat, war unfreiwillig. Ihr damaliger Ex-Freund lud ein Nacktfoto von ihr ohne ihre Zustimmung hoch, erzählt die 22-Jährige. Erst sei sie komplett überfordert gewesen, habe das Bild dann aber selbst aktiv verbreitet. "Im Nachhinein war es das Beste, was mir passieren konnte."

Yma postet Nacktfotos auf OnlyFans und verdient so Geld

Heute veröffentlicht Yma Louisa regelmäßig Nacktfotos von sich. Auf OnlyFans können Menschen ein Monatsabo abschließen, um diese Bilder zu sehen. Etwa 250 Menschen zahlen für ihren Content 15 Dollar im Monat. Darunter seien Leute, die laut Yma "voyeur-mäßig" schauen wollen, wie sie ohne Klamotten aussieht.

Es gäbe aber auch Menschen, die privaten Kontakt suchen, so Yma. Manche würden ihr gerne beim Masturbieren zuschauen. "Wenn ich Lust darauf habe, dann habe ich eigentlich keine Tabus und gehe auch auf die Wünsche ein", sagt die Berlinerin. Für sie zählt, dass man respektvoll auf sie zugeht und sie nicht zum Objekt macht.

"Es sollte nie etwas passieren, ohne dass man es wirklich möchte."
Yma Louisa über Grenzen und Tabus

Yma sagt, sie kann von OnlyFans sehr gut leben – und das seit dem ersten Monat: "Ich habe es aus Spaß angefangen, und nicht, weil Geld im Vordergrund stand – und plötzlich hatte ich 2000 Euro auf meinem Account." Heute verdient sie nach eigenen Angaben zwischen 1500 und 5000 Euro im Monat. OnlyFans ist zu ihrem Hauptberuf geworden.

Yma ist auch auf Instagram aktiv, wo sie mehr als 20.000 Follower hat. Wegen ihrer freizügigen Bilder wird sie dort "permanent gesperrt", sagt sie. "Deswegen habe ich eine Alternative gesucht." OnlyFans sei wie eine erweiterte Instagram-Funktion, "nur noch ein bisschen nackter, und damit kann ich auch noch zusätzlich Geld zu verdienen."

"Wenn OnlyFans genauso viele Leute benutzen würden, dann würde ich Instagram gar nicht mehr nutzen."
Yma Louisa

Neben den finanziellen Vorteilen ist OnlyFans für Yma aber auch eine Möglichkeit, Empowerment zu zeigen. "Ich bin nicht nur eine sexuelle Frau, sondern zusätzlich auch eine dicke Frau", sagt sie .

Dass sie so ihre Sexualität zur Schau stellt, sei in der Gesellschaft immer noch nicht erwünscht, meint Yma. Deswegen sei es auch eine Form von Selbstermächtigung, "dass ich mich selbst darstellen kann, ohne mich verstellen zu müssen, ohne gesperrt zu werden."

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Ymas Eltern stehen ihrem Content kritisch gegenüber: "Sie verstehen auch nicht den Aspekt der Selbstbestimmung." Dafür bekommt sie viel Unterstützung aus ihrem Freundeskreis.

Für die Position, dass an OnlyFans nichts selbstermächtigend, sondern es schlicht und weg eine sexuelle Dienstleistung sei, zeigt Yma Verständnis. "Es ist auch in gewissem Maße Prostitution", sagt sie. "Aber es wird eben auch oft vergessen, dass Prostitution freiwillig geschehen kann."

Prostitution als Selbstermächtigung

Das heiße nicht, dass für alle Menschen Prostitution selbstermächtigend sei, stellt Yma klar – für sie sei es aber so. "Für mich persönlich ist das nicht das Intimste von mir, mich so zu zeigen. Für mich ist es viel intimer, mich mit jemandem lange zu unterhalten."

"Ich glaube, dass das immer noch ein großes Tabu-Thema ist – dass sich Frauen freiwillig gerne nackt zeigen."
Yma Louisa

Yma hat laut eigener Aussage schon viele Anfragen aus der Porno-Industrie bekommen. Sie habe aber alle Angebote abgelehnt. "Das ist nicht so empowernd, wie wenn du alles selbst in der Hand hast", erklärt sie.

Yma glaubt, dass OnlyFans die Erotik-Branche revolutionieren kann, weil es eine "Bandbreite an Leuten gibt, die sich so zeigen können wie sie wollen." Während sie in der klassischen Porno-Industrie als "exotische" Frau in eine Schublade gesteckt würde, passiere das auf OnlyFans nicht.