Zwei Jubiläumsgäste in der 450. Ausgabe von Eine Stunde Film: Mit Regisseur Hans-Christian Schmid sprechen wir über sein Reemtsma-Entführungs-Drama "Wir sind dann wohl die Angehörigen", mit der iranischen Filmemacherin Shirin Neshat über ihre politische Satire "Land of Dreams".

Zur Zeit der islamischen Revolution Ende der 70er Jahre im Iran war Shirin Neshat 22 Jahre alt. Sie verließ das Land und kam erst 1990, nach dem Tod von Ayatollah Khomeini zurück und verließ es 1996 endgültig. Ihrer Arbeit als Fotografin und Filmemacherin in ihrer Heimat nachzugehen, wäre zu gefährlich gewesen. Sie lebt seitdem in New York, ein Großteil ihrer Familie aber auch heute noch in Teheran.

Shirins neuester Film "Land of Dreams" dreht sich genau darum: Um die junge, iranische Einwanderin Simin, die ihre Heimat verlassen hat, nun für die fiktive US-Zensus-Behörde arbeitet und Amerikaner*innen nach deren Träumen befragen soll. Diese Träume spielt sie dann heimlich zu Hause nach: Ein schmaler Grat zwischen Traum und Albtraum in einem Land voller Klischees und Vorurteile.

Wir sprechen mit Shirin darüber als auch über die allgemeine Situation von Kulturschaffenden im Iran und die aktuellen, gesellschaftspolitischen Entwicklungen.

"Die jungen Frauen im Iran sind wild entschlossen - die jungen Männer übrigens auch - sodass zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich die Chance für einen Wandel besteht. Noch sitzen einige Iraner*innen zwar auch zu Hause und beobachten die Entwicklung nur, aber immer mehr gehen raus. Und wenn am Ende 80 Millionen Menschen auf der Straße sind, dann wird die Revolution unumkehrbar sein."
Filmemacherin Shirin Neshat

Der deutsche Filmemacher Hans-Christian Schmid ("Crazy", "Nach 5 im Urwald") hat sich in seinem neuesten Film der Entführer des Tabak-Erben Jan Philipp Reemstma gewidmet. Das in Zeiten des allgemeinen True-Crime-Hypes aber nicht aus der Perspektive der Entführer oder des Entführten, sondern aus Sicht der erpressten Familie.

So geht es in "Wir sind dann wohl die Angehörigen" in erster Linie um das, was die Entführung mit Reemtsma Sohn Johann und dessen Mutter, Reemtsmas Ehefrau Ann-Kathrin Scheerer, gemacht hat. Wir sprechen über den Film und mit dem Macher.

Kritiken sind niederschmetternd

Die Vorschuss-Lorbeeren waren recht groß, als die Ankündigung kam, David O. Russell ("Silver Linings", "American Hustle", "The Fighter") würde einen neuen Film zusammen mit seinem Lieblingsschauspieler Christian Bale drehen, dazu mit Margot Robbie, John David Washington, Anya Taylor-Joy, Zoe Zaldana und Mike Myers. Nun ist "Amsterdam" fertig, und die Kritiken sind niederschmetternd. Was ist da los?