Manche sind beim Solosex eher schnell und kommen schon nach wenigen Minuten. Warum es sich lohnt, mehr Zeit für die Selbstbefriedigung einzuplanen und auch andere Regionen, als die Genitalien zu stimulieren, erklärt die systematische Sextherapeutin Julia Henchen. Sie fokussiert sich auf Frauen, aber Männern erzählen auch von ihren Erfahrungen in Eine Stunde Liebe.

"Um Solosex mehr genießen zu können, ist es gut, wenn man sich erst der Scham bewusst wird, die viele haben, wenn sie sich anfassen. Dann sollte man fragen: 'Möchte ich das verändern?'"
Julia Henchen, systemische Beziehungs-, Paar- und Sextherapeutin

Für viele Menschen ist Solosex mit Scham behaftet. Dabei ist es gesund, wenn man sich selbst zum Höhepunkt bringt. Auf ihrem Instagram-Kanal und im gleichnamigen Buch "Lustfaktor" will Sextherapeutin Julia Henchen aufklären und Tipps geben, wie vor allem Menschen mit Vulva ihre Sexualität auch unabhängig genießen lernen können.

"Ich dachte lange: Sex in der Partnerschaft und Selbstbefriedigung, das kann man nicht gleichzeitig machen. Entweder man hat Sex mit dem Partner oder man ist Single und macht es sich selber."
Helena, Studentin

Abseits der Klischees

In Eine Stunde Liebe geht es um Techniken, mit denen man den Solosex anders gestalten kann – beispielsweise, indem man ausprobiert, das Becken zu bewegen. Es geht auch um das Klischee, dass Männer ausgelassener untereinander über Selbstbefriedigung sprechen.

"Wenn man seinen Solosex verändern will, dann kann man erst anfangen, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, weniger Genitalorgasmus-zentriert vorzugehen und mehr den Körper einzubeziehen."
Julia Henchen, Sexualpädagogin vom Instagram-Kanal Lustfaktor

Liebestagebuch

Dazu erzählt im Liebestagebuch Emma von ihrer Erfahrung mit der japanischen Fesselkunst Shibari. Da geht es nicht nur um Dominanz oder Unterwerfung, sondern auch um Ästhetik, Achtsamkeit, Geborgenheit und Entschleunigung.