Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat 60 neue Satelliten ins All geschickt – für schnelles Internet. Da sie die Erde nicht allzu hoch umkreisen, können wir sie ganz gut sehen. Besonders zu Anfang. Dafür brauchen wir aber ein paar Tools.

300 Satelliten hat die US-Raumfahrtfirma SpaceX schon im Orbit. Das sind mehr als von jedem anderen Unternehmen. Erst am Montag (17.02.2020) hat das Unternehmen von Elon Musk einen neuen Schub von 60 Satelliten in All geschickt.

Sie sind Teil des Starlink-Programms, womit das Unternehmen schnelles Internet auf der ganzen Welt anbieten will – bis in die entlegenste Region, so heißt es. Bis Sommer 2020 sollen noch 200 weitere Mini-Satelliten hinzukommen. Ziel ist ein weltumspannendes Netz.

SpaceX plant 42.000 Satelliten ins All zu schießen

SpaceX hat aber noch viel mehr vor. Irgendwann sollen 42.000 kleine Satelliten die Erde umkreisen. Ein entsprechender Erweiterungsantrag ist schon gestellt. Warum so viele?

Laut SpaceX verstärkt jeder zusätzliche Satellit die Geschwindigkeit des Internets aus dem Weltall. "Das alles soll das Netz aus dem All so schnell machen, wie der Glasfaseranschluss im Keller und Reaktionszeiten von gerade mal zwei Millisekunden ermöglichen", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag.

Schlechte Sicht und Weltraumschrott als Preis für schnelleres Internet

Auch wenn die meisten von uns schnelleres Internet wohl befürworten werden, es gibt auch Kritik an den Plänen von Elon Musk. Viele Astronomen befürchten, dass die Satelliten zukünftig für viel Weltraumschrott sorgen könnten. Hinzu kommt: Tausende Satelliten würden auch für eine zunehmend schlechtere Sicht ins Weltall sorgen.

Die Starlink-Satelliten umkreisen die Erde in einer Höhe von 550 Kilometern. Damit befinden sie sich auf einer wesentlich niedrigeren Umlaufbahn als die Vorgänger anderer Firmen, die mehr als 35.000 Kilometer entfernt sind. "Astronomisch gesehen sind die Starlink-Satelliten damit zum Greifen nahe", sagt Sebastian. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation (ISS) ist 400 Kilometer von der Erde entfernt.

"Mit 550 Kilometern Höhe sind die Satelliten astronomisch gesehen zum Greifen nahe. Und übrigens direkte Nachbarn der ISS."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Auch Nicht-Astronomen können die Starlink-Satelliten am Himmel entdecken, nämlich immer dann, wenn ein neuer Schub Satelliten des US-Raumfahrtunternehmens ins Weltall geschickt wird. Bei einem Blick in den Himmel erinnern die Satelliten an eine Kette leuchtender Punkte, da sie anfangs hintereinander herfliegen bevor sie sich verteilen und auf der Umlaufbahn mitfliegen.

Starlink-Satelliten-Kette
© imago images | ZUMA Press
Eine leuchtende Starlink-Satelliten-Kette vor der Küste im Süden Kaliforniens.

Starlink-Satelliten-Kette für kurze Zeit sichtbar

Auch in Deutschland sollten wir die Satelliten von SpaceX am Nachthimmel sehen können. Um wie viel Uhr die Starlink-Satelliten-Kette genaue sichtbar ist, berechnen Tools auf findstarlink.com und auch die App "Starlink Tracker" für Appel- oder Android-Geräte. Oder ihr entscheidet euch für die virtuelle Alternative: James Darpinian ist Experte für Maschinelles Sehen und hat ein Programm entwickelt, mit dem ihr die Satelliten als Street-View-Ansicht über eurem Wohnhaus seht.