In Hessen gibt es den ersten offiziellen "eHighway". Auf der A5 wurde eine Teststrecke für Hybrid-Lkw eröffnet. Ein echter Härtetest, denn auf der A5 ist richtig viel los. Die Strecke wurde mit Oberleitungen überbaut, die vorbeifahrende Lkw mit Strom versorgen. Martin Bulheller vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung findet, dass Oberleitungs-Lkw ein unschlagbares Potential darstellen.

Auf der Autobahn 5 wurde die erste Teststrecke für Hybrid-Lastkraftwagen mit Oberleitung eröffnet. Der Abschnitt ist fünf Kilometer lang und in der Nähe des Frankfurter Flughafens.

Mit Strom aus der Oberleitung

Dieser eHighway ist mit einer Oberleitung überbaut, die wie eine Art Stromtankstelle die Lkw mit Elektrizität versorgen. Die Hybrid-Lastwagen fahren ganz normal die Autobahn entlang. Sie docken an die Oberleitung an, fahren die Strecke stromgetrieben und laden zugleich die Batterien auf. Dann docken sie wieder ab. Geht die Batterie auf der Weiterfahrt leer, steigt der Laster auf seinen Dieselmotor um.

O-LKW
© dpa
So sieht ein elektrifizierter Lkw aus: Auf einer Teststrecke in Brandenburg will Siemens den elektrifizierten Güterverkehr weiterentwickeln.

Martin Bulheller, Sprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, ist überzeugt vom Potential der Oberleitungs-Lkw. Wolle man die Klimaschutzziele der Bundesregierung umsetzen, müsse man sich über die Dekarbonisierung bei den Antrieben im Straßenverkehr ernsthafte Gedanken machen, so Martin Bulheller. Dekarbonisierung meint den Umstieg auf einen möglichst treibhausgasneutralen Verkehr.

2016 hatte der Straßenverkehr einen Anteil von 18 Prozent an den Gesamtemissionen in Deutschland. Damit war der Verkehrssektor der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen.

"Der Oberleitungs-Lkw bietet mit einer Energieeffizienz von bis zu 85 Prozent unschlagbares Potential."

Die Elektrifizierung des Güterverkehrs kann helfen, Emissionen einzusparen. Die Oberleitungs-Lkw haben eine Energieeffizienz von bis zu 85 Prozent, so Martin Bulheller. Das heißt, die Energie wird fast optimal genutzt. Ein moderner Dieselmotor komme auf rund 45 Prozent Energieeffizienz. Andere elektrische Antriebe wie etwa Batterien kämen auf etwa 65 Prozent.

Dieses Potential müsse man im echten Straßenverkehr testen, so Martin Bulheller. Denn wenn es klappt, sei es einfach unschlagbar.

Es soll mehr Teststrecken geben

Der Test auf der A5 ist auf drei Jahre angelegt. Verläuft alles erfolgreich, werden wohl zumindest die wichtigen Autobahnen wie die A2 oder auch A3 ebenfalls als Elektro-Autobahnen ausgebaut. Dass es flächendeckend auf allen Straßen Oberleitungen für E-Lkw geben wird, erwartet Martin Bulhelle nicht. Der Ausbau mache eher für die langen Strecken Sinn.

Neben der Teststrecke auf der A5 soll in diesem Jahr noch eine weitere auf der A1 in Schleswig-Holstein eröffnet werden. Außerdem soll auf einer Bundesstraße in Baden-Württemberg, die durch ein Wohngebiet geht, ein Testabschnitt dazukommen. Diese Strecke ist für Ende 2019 beziehungsweise Anfang 2020 geplant.