Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Migration. Die heutigen Europäer sind die Nachfahren von Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde. Jeder heute lebende Mensch hat einen Migrationshintergrund, sagt deshalb die Ur- und Frühgeschichtlerin Bärbel Auffermann.

"Seit der Mensch sich auf zwei Beinen fortbewegen kann, wandert er."
Bärbel Auffermann, Ur- und Frühgeschichtlerin

Die sogenannte Balkanroute, von der viele im Kontext der Diskussion um stärkere Flüchtlingsbewegungen nach Europa im Jahr 2015 zum ersten Mal hörten, ist keineswegs eine neue Route. Wegen ihrer günstigen Geografie wird sie, genauso wie andere Ausbreitungsrouten, schon seit Jahrtausenden genutzt.

"Unabhängig von Hautfarbe, Religion, Sprache, ethnischer Identität und kultureller Prägung hat jeder heute lebende Mensch einen Migrationshintergrund."
Bärbel Auffermann, Ur- und Frühgeschichtlerin und Direktorin des Neanderthal-Museums

Der Mensch wandert schon immer, sagt Bärbel Auffermann, Ur- und Frühgeschichtlerin und Direktorin des Neanderthal-Museums in Mettmann. In ihrem Vortrag "Unser Weg nach Europa - Zwei Millionen Jahre Migration" beschreibt sie die Evolution vom Ur- und Frühmensch bis hin zum modernen Menschen, von seinen Ursprüngen in Afrika über Asien bis hin nach Europa.

"Starke Umweltveränderungen haben wahrscheinlich die Auswanderung des modernen Menschen aus Afrika beeinflusst."
Bärbel Auffermann, Ur- und Frühgeschichtlerin und Direktorin des Neanderthal-Museums
Bärbel Auffermann
© Neanderthal Museum
Bärbel Auffermann ist Ur- und Frühgeschichtlerin und Direktorin des Neanderthal-Museums.

Für Wanderungsbewegungen gab und gibt es viele Gründe – sie reichen von Neugier bis zur Lebensnotwendigkeit: Auch in der Vergangenheit schon zwang etwa Klimawandel Menschenarten dazu, sich neue Lebensräume zu suchen.

Menschheitsgeschichte: Klimamigration gab es schon immer

Guckt man sich die Geschichte an, wird schnell klar: Mobilität ist keineswegs ein modernes Phänomen. Migration und Menschsein gehören schon immer zusammen.

"In einer Welt, die im Zuge der Globalisierung immer mehr zusammenrückt, müssen wir Migration als natürlichen Bestandteil unseres Lebens akzeptieren."
Bärbel Auffermann, Ur- und Frühgeschichtlerin und Direktorin des Neanderthal-Museums

Bärbel Auffermann hat an den Universitäten Münster und Tübingen Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Ethnologie studiert, 1996 promovierte sie. Sie hat an der Konzeption und Realisation des neuen Neanderthal Museums mitgearbeitet, war ab 1997 stellvertretende Direktorin und ist seit 2019 Direktorin des Museums. Ihren Vortrag hat sie am 7. April 2019 im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven auf Einladung des Freundeskreises Deutsches Auswandererhaus gehalten.