Einfach so einen Urlaub im Reisebüro buchen? Das war früher mal. Heute checken wir in Reiseblogs, wo wir am besten und günstigsten Urlaub machen. Nur sind die alles andere als objektiv.

Wer hat das noch nicht erlebt? Am Urlaubsziel ankommen und nichts entspricht der Reisebeschreibung. Heute glaubt keiner mehr den beschönigenden Beschreibungen in Reiseprospekten. Wir checken im Netz Reiseblogs, suchen uns die günstigsten Angebote und planen einen absolut individuellen Urlaub. Wirklich?

Reiseblogger bekommen für ihre Empfehlungen Provision, wenn User direkt von ihrem Blog aus eine Reise bei einem bestimmten Unternehmen buchen. Das muss uns nicht weiter stören, wenn die Bewertung auch das hielte, was sie verspricht. Aber der Blogger hat meist nur einen Ausschnitt dessen erlebt, was er dann bewertet. Urlauber können vor Ort dann ganz andere Bedingungen erleben.

"Es ist so, dass diese Bewertungen nicht unbedingt immer objektiv sind, sondern sie hängen auch davon ab, in welcher Verfassung der Schreiber ist."
Stefan Loose, Backpacker und Verleger

Stefan Loose testet Hotels hingegen unter professionellen Gesichtspunkten - er kann eine Menge über Urlaubswahrheiten erzählen. Seine heimlichen Urlaubstests bringen oft ganz andere Resultate mit sich.

"Wir würden auch auf kein Hotel zurückgreifen, das nur zehn Bewertungen hat, weil wir da Leute nicht guten Gewissens hinschicken können."
Sebastian Kaatz, Geschäftsführer urlaubspiraten.de

Im "Digitalen Salon" diskutieren Marianne Hillmer vom weltbummlermag.de, Sebastian Kaatz, Geschäftsführer urlaubspiraten.de und Stefan Loose, Backpacker und Verleger über "World Wide Weg - Auf den Spuren der Crowd an einen einsamen Strand?" Wie individuell reisen wir mit den Bewertungsplattformen, Reiseblogs und Privatunterkünften wirklich?

Der "Digitale Salon" ist eine Kooperation mit dem "Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft". Die Gäste diskutierten am 29. Juli 2015 im Berliner Jacob- und-Wilhelm-Grimm-Zentrum live.

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