Wer aktiv im Netz unterwegs ist, muss sich warm anziehen – gerade wenn es um politische Themen geht. Der Ton ist rau und die Emotionen kochen schnell hoch. Das muss nicht sein. Wie wir unser digitales Miteinander respektvoller und höflicher gestalten könnten, erzählt Ingrid Brodnig in ihrem Vortrag.

Könnt ihr euch ein Internet ohne Hass, Wut, Häme und Manipulation überhaupt noch vorstellen? Die Digital-Journalistin Ingrid Brodnig kann das - und hat sogar sehr genaue Vorstellungen davon, wie wir da hinkommen könnten.

"Derzeit haben wir ein Internet, wo häufig eine Emotion dominiert: Wut. Wütende User klicken mehr."
Ingrid Brodnig, Journalistin und Autorin

In ihrem Vortrag schildert sie zunächst, wie groß und weitreichend die Probleme sind, die uns im digitalen Raum begegnen: Frauen, die beleidigt und bedroht werden, Algorithmen, die unsere Gefühle manipulieren, Tech-Giganten wie Google oder Facebook, die sich weigern offenzulegen, was sie mit unseren Daten genau machen, Gewinne geschickt verschieben und kaum Steuern zahlen – zum Beispiel.

"Wie wäre es, wenn wir auf Medienseiten keinen Like-Button hätten, sondern einen Respekt-Knopf?"
Ingrid Brodnig, Journalistin und Autorin

Ingrid Brodnig begnügt sich aber nicht mit der altbekannten Kritik, sondern macht in der Konsequenz ganz konkrete Vorschläge für ein besseres Internet: vom Respekt-Button über die verpflichtende Offenlegung von Algorithmen bis hin zur Einführung eines weltweiten Mindeststeuersatzes.

Ingrid Brodnig ist Autorin, Journalistin und "Expertin für digitale Selbstverteidigung". 2017 wurde sie zur digitalen Botschafterin Österreichs in der EU ernannt. Ihr Vortrag heißt „Das gerechte Netz. Eine Utopie des Internets“ und wurde am 7. Mai 2019 auf den Tagen der Utopie im Bildungshaus St. Arbogast im österreichischen Götzis aufgezeichnet.