Wir können nicht einschlafen, wachen nachts mit Kopfkino auf oder bleiben lange mit dem Crush wach. Erkenntnisse aus der Schlafforschung zeigen, was Schmetterlinge im Bauch mit unserem Schlaf machen.
Verliebtsein – dieses verrückte Gefühl – löst in unserem Körper eine Reihe von Veränderungen aus. Beispielsweise schüttet unser Körper mehr Dopamin aus. Das kündigt an, dass es bald eine Belohnung geben wird. Im Gehirn ist es ein regelrechtes Dopamin-Feuerwerk: "Das beeinflusst auch unser Verhalten. Wir wollen nämlich unbedingt hin zu dieser Belohnung, zu dieser Person, in die wir verliebt sind. Und wir sind sogar bereit, dafür andere Dinge hinten anzustellen", sagt Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel.
"Wir wollen unbedingt hin zu dieser Belohnung, zu dieser Person, in die wir verliebt sind. Und wir sind sogar bereit, dafür andere Dinge hinten anzustellen."
Auch die Ausschüttung von Serotonin verändert sich: Davon wird, wenn wir verliebt sind, weniger ausgeschüttet. Serotonin verändert unsere Stimmung, den Schlaf-Wach-Rhythmus und den Appetit.
Dopamin, Serotonin, Oxytocin, Vasopressin
Wenn wir weniger Serotonin im Körper haben, fehlt uns die ausgleichende Wirkung, die dieses Hormon auf uns hat. Das hat dann Auswirkungen auf unser Liebesleben.
"Daneben unterstützen dann auch noch Oxytocin und Vasopressin die Entwicklung von Bindung. Man könnte sagen: Man ist netter und hat mehr Lust auf Sex."
Ob uns das wirklich Schlaf kostet, ist nicht ganz eindeutig durch Studien geklärt:
- Eine Studie, die das bei Jugendlichen in Finnland untersucht hat, hat zwar gezeigt, dass junge Frauen im verliebten Zustand weniger geschlafen hatten – über die Schlafqualität sagt das aber erst einmal nichts aus.
- Bei jungen Männern war die Schlafdauer unverändert.
- Eine andere Studie bei jungen Erwachsenen in der Schweiz hat keine Effekte auf die Schlafdauer gefunden.
"Es gibt zu dem Thema bisher nur sehr wenige Studien, die auch nicht immer zu 100 Prozent vergleichbar sind. Da braucht es also noch mehr Forschung."
Was wir aber sicher sagen können ist, dass das Verhalten, das viele Verliebte zeigen, den Schlaf beeinflusst. Zum Beispiel Kuscheln: "Generell können Berührungen, Umarmungen und Kuscheln beruhigend wirken und dadurch auch den Schlaf fördern", sagt Christine Blume.
"Viele Menschen haben das Gefühl, Sex verbessert ihre Schlafqualität. Bei Männern scheint der Effekt ausgeprägter als bei Frauen."
Da ist natürlich jede*r ein wenig anders. Wer lieber für sich allein schläft, kann sich natürlich auch durch den oder die Bettpartner*in gestört fühlen. Aber allgemein gilt, dass Berührungen den Schlaf fördern können. Genauso ist es mit Sex: "Viele Menschen haben das Gefühl, Sex verbessert ihre Schlafqualität. Bei Männern scheint der Effekt ausgeprägter als bei Frauen", konnte in Befragungen festgestellt werden.
In dieser Folge Über Schlafen geben Schlafforscherin Christine Blume und Wissenschaftsjournalistin Ilka Knigge auch Tipps für Verliebte, denen ihr Schlaf fehlt.
Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.
- Was Verliebtsein mit uns macht
- Mythencheck: Verliebtsein wirkt wie eine Droge
- Veränderungen beim Schlaf
- Wie können wir trotzdem gut schlafen und erholt aufwachen?
- Fazit
