1497, fünf Jahre nach Christoph Kolumbus, machte sich Vasco da Gama auf die Reise. Mit seinem Flaggschiff, der Nau São Gabriel umschiffte er das Kap der guten Hoffnung und entdeckte den Seeweg nach Indien. 

Ende des 15. Jahrhunderts standen die Menschen in Europa vor einer Zeitenwende. Johannes Gutenberg hatte den Buchdruck erfunden, in Holland war das Postwesen gestartet, europäische Philosophen und Theologen hatten die griechische Antike wieder entdeckt. Damit hatten sie Humanismus und Renaissance ausgelöst, in deren Gefolge die Reformation Martin Luthers gedeihen konnte. 

Zudem war es 1453 den Osmanen gelungen, die christliche Metropole Konstantinopel zu erobern und damit die muslimische Herrschaft in dieser Region der Erde zu festigen. 1497 schickte das portugiesische Königshaus Vasco da Gama auf die Reise, den Seeweg nach Indien zu entdecken, um das Einflussgebiet der Osmanen zu umgehen. 

Lässt sich Afrika überhaupt umfahren?

In den Jahren zuvor hatten sich portugiesische Seefahrer immer weiter entlang der afrikanischen Küste vorgewagt, doch die Umrundung am Kap der guten Hoffnung war noch keinem Seefahrer gelungen. Als Vasco da Gama schließlich indischen Boden unter den Füßen hatte, lud er sein Boot mit Gewürzen und anderen Waren voll, die in Europa heiß begehrt und entsprechend teuer waren. 

Ein Kilo Pfeffer kostete im Jahr 1497 umgerechnet bis zu 80.000 Euro. Zimt oder Muskat waren Luxusgüter. Bisher kam das alles auf dem Landweg nach Europa. Seit der Eroberung Konstantinopels war der Transport allerdings erschwert und durch osmanische Zollschranken verteuert worden.

Außerdem hört ihr noch in Eine Stunde History:

  • Ulli Kulke, Journalist und Buchautor, über Vasco da Gama
  • Robert Bohn über die Anfänge der Seefahrt seit den Phöniziern
  • Andreas Exenberger erklärt den Zusammenhang zwischen der Entdeckung fremder Kontinente und der Globalisierung
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über den Eintritt in die Moderne am Beginn des 16. Jahrhunderts