Die Coronavirus-Pandemie hat vielen einen Strich durch die Urlaubsplanung gemacht. Obwohl es jetzt Lockerungen gibt, und Reisen in der EU wieder möglich ist, haben sich trotzdem viele dazu entschlossen, zu Hause zu bleiben. Die Gelegenheit, es sich zu Hause so richtig schön zu machen.

Wer das Glück hat, einen eigenen Garten zu besitzen, der kann sich noch mal um so mehr austoben. Einer, der sich mit der Umgestaltung des Gartens auskennt, ist Lasse. Lasse ist 16 Jahre alt und brennt für die Natur- und Gartenarbeit. Um eher ein ausgewogenes Ökosystem statt einen gepflegten Rasen haben, hat er kurzerhand das monotone Grün entfernt.

"Ich wollte dort eine Blumenwiese mit Wildkräutern anlegen, die hier eigentlich heimisch sind, aber keinen Platz mehr finden."
Lasse Hildebrandt liebt Gartenarbeit

Damit hat Lasse einen neuen Lebensraum für Insekten geschaffen. Die sind ihm bei der Gartenarbeit behilflich. Sogar Ameisenvölker hat der Schüler schon selbst gehalten. Vor allem die komplexen Zusammenhänge in der Natur haben ihn interessiert. "Da sieht man, wie sich die Natur richtig entfalten kann."

Wohnen nach Bedürfnissen

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Lasse Hildebrandt

Dabei liegt Lasses Garten ein ganzes Stück entfernt vom Elternhaus. Denn was die Gartengestaltung angeht, haben Lasse und seine Mutter ihre Differenzen. Seine Mutter habe eher ein Faible für den schönen Rasen und nicht für die wilde Blumenwiese. Unterstützung erhält Lasse vor allem von seiner Oma, die viel Erfahrung in der Gartenarbeit mitbringt.

Kleines Insekten- und Vogelparadies

Mittlerweile ist Lasse auch Mitglied im Kleingartenverein. "Ich werde da ganz normal akzeptiert", sagt Lasse. Obwohl er noch einiges zu tun hat, ist Lasse mit seinem Garten zufrieden. Sogar einen kleinen Teich hat Lasse im Garten schon angelegt. Dort schaut er gern den Vögeln beim Baden zu.

Wer schöner wohnen will, sollte auf seine Grundbedürfnisse achten. Dazu zählen laut der Wohnpsychologin Inka Aniol Sicherheit, Erholung, Kommunikation, Ästhetik, Status und Kreativität. "Mit unseren Lebensphasen ändern sich natürlich auch unsere Wohnbedürfnisse."

Menschen, die ihre Wohnung ständig umräumen, sind entweder einfach nur kreativ oder sollten sich fragen, wie sie sich selbst in ihrer Wohnung fühlen möchten. "Ich möchte endlich mal zur Ruhe kommen", kann laut Inka schon eine wichtige Erkenntnis sein.

"Wenn Menschen zu wenig Raum für sich selbst haben, gibt es auch viel Konfliktpotential."
Inka Aniol, Wohnpsychologin

Inka hält das Wohnen mit Rückzugsorten für wichtig. Deshalb sei es "gesund", wenn alle Mitwohnenden einen
eigenen Raum haben. Dabei müsse es sich aber nicht um einzelne Zimmer
handeln. Es sei wichtig, dass wir unsere eigenen Bereiche zugesprochen
bekommen, in die niemand sonst reinpfuschen darf, sagt Inka.

DLF-Nova-Straßenumfrage zu Dingen, die wir für ein schönes Zuhause brauchen

"Ich bin mit Katzen aufgewachsen. Da wo ich Katzen habe, fühle ich mich irgendwie zu Hause. Die haben mit mir gekuschelt und Nähe gegeben. Man fühlt sich dadurch auch ein bisschen gebraucht."

"Ein bisschen Platz und Freiraum, dass man einen Raum hat, wo man sich zurückziehen kann. Das ist für mich sehr wichtig."

"Es muss leben. Ich brauche Menschen. Ich mag es nicht, wenn es still zu Hause ist, aber meinen lauten Nachbarn unten brauche ich auch nicht."

"Die Sicherheit, dass man nicht vom Vermieter rausgekickt wird."

"Viele Pflanzen find ich total angenehm, um sich ein bisschen in der Stadt auch draußen zu fühlen. Außerdem eine Prise Ordnung."

"Auf jeden Fall ein großes Wohnzimmer mit schönem Esstisch und ein bequemes Sofa. Dadurch, dass ich von zu Hause aus arbeite, brauche ich eine gewisse Atmosphäre. Man muss sich wohlfühlen. In einem kleinen Raum ist das eher schwieriger."

"Freiraum. Ich bin ein Mensch, der minimalistisch veranlagt ist. Eine unglaublich schöne Küche ist auch sehr wichtig. Ein funktionierender Herd, den ich gerade nicht habe, wäre auch ganz schön."

"Persönliche Details von Familien und Freunden. Gemalte Bilder, Fotos, Mitbringsel aus dem Urlaub, kleine Niedlichkeiten."

"Ich habe dieses Jahr gemerkt, dass ich ohne Balkon nicht mehr wohnen möchte. Gerade in den letzten Wochen und Monaten hat mir das so ein bisschen die Laune erhalten."