Arbeitspsychologin Sabine Sonnentag erforscht, wie unsere Leistungsfähigkeit mit gutem oder schlechtem Schlaf und dem Gedankenchaos im Kopf zusammenhängt. In ihrem Vortrag fasst sie die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. 

Manchmal ist es zum Nicht-mehr-Aushalten: Du kannst noch so viele Schäfchen zählen, aber das Einschlafen will einfach nicht klappen. Die Gedanken vom Vortag gehen dir noch durch den Kopf - zum Beispiel daran, dass der Chef so eine komische Bemerkung gemacht hat... 

Sabine Sonnentag, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Mannheim, erforscht solche Phänomene: Wie hängen guter oder schlechter Schlaf und gutes oder schlechtes Abschalten nach der Arbeit mit der Leistungsfähigkeit am nächsten Tag oder zu Wochenbeginn zusammen?

In ihrem Vortrag für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn gibt sie Tipps, was wir tun können, um uns möglichst nachhaltig zu erholen. Dazu gehört zum Beispiel diese Erkenntnis, dass uns vor allem die Dinge umtreiben, die wir noch nicht abgeschlossen haben.

​"Wir Menschen denken weniger über Dinge nach, die wir zu Ende gebracht haben. Wir denken über Dinge nach, die eben noch nicht zu Ende sind."
Sabine Sonnentag, Arbeitspsychologin

Sonnentags Ratschlag deshalb: Lieber kurz vor Feierabend keine neue Aufgabe mehr angehen, bei der die Gefahr besteht, dass man sie gedanklich mit in den Feierabend nimmt. Oder: Lieber eine Überstunde dranhängen, um eine schon begonnene Aufgabe fertigzustellen und dafür zum Beispiel am nächsten Tag eine Stunde früher Schluss machen.

Rituale und Routinen helfen beim Abschalten

Ein weiterer Rat: Tägliche Rituale oder Abschalt-Routinen können helfen. Wir können zum Beispiel nach der Arbeit immer wieder an derselben Stelle mental abschalten. An einer bestimmten Ampel unterwegs oder der Bushaltestelle zum Beispiel.

"Dass Sie sich umziehen, privat etwas anderes anhaben als bei der Arbeit, und dass das nicht nur praktisch ist, sondern man schlüpft in eine andere Hülle."
Arbeitspsychologin Sabine Sonnentag über Abschaltroutinen und -rituale

Wer Arbeit und Feierabend nicht strikt voneinander trennt, läuft Gefahr, in einen Teufelskreis mit psychosomatischen Beschwerden zu geraten. Davon gibt es laut Sonnentag nur eine einzige Ausnahme: Wenn ihr euch rückblickend über den Tag freut, weil ihr von der Chefin gelobt wurdet oder eine Prüfung bestanden habt, dann solltet ihr abends dieses Glücksgefühl nicht ausknipsen. Abschalten wäre dann kontraproduktiv.

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