Für manche ist ein Name nur ein Name. Doch unsere Namen sagen viel mehr über uns aus - zum Teil können sie sogar unser Schicksal mitbestimmen. 

Menschen mit runden Gesichtern werden eher runde Namen zugeordnet – also solche,  bei denen wir den Mund rund formen, sagen Psychologen aus Neuseeland. Bob oder George sind Beispiele dafür. Kantigen Gesichter ordnen wir eher Namen wie Pete oder Kirk zu. 

Was denken Menschen sonst noch über bestimmte Vornamen und welche Eigenschaften werden ihnen zugeschrieben? Verschiedene Studien haben das untersucht.

Amelie, Sofia oder Emilia sind Namen, die als besonders wohlklingend gelten. Als besonders männlich werden Wladimir, Salvator oder Carlos eingeschätzt. Wer Jake, Ray oder Alec heißt, gilt als besonders sportlich, sagt unser Reporter Johannes Döbbelt.

Name kann über Erfolg entscheiden

In der Kategorie Intelligenz verorten viele Mandy und Murad weit hinten, während Cornelius und Elisabeth nicht nur als besonders intelligent gelten, sie werden auch mit Reichtum in Verbindung gesetzt. Allerdings, so Johannes: "Das alles sind erst einmal subjektive Einschätzungen. Vorurteile, die auch mit unseren Erfahrungen zu tun haben." Wer zum Beispiel viele sympathische Sebastians kennt, verbindet auch Positives mit dem Namen.

Bestimmte Namen korrelieren auch mit dem Bildungsstand einer Familie:

"Die traditionellen, alten Namen werden eher in gebildeten Familien vergeben und englischsprachige Namen eher in bildungsferneren Schichten."
Gabriele Rodriguez, Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig

Namen können auch mitentscheiden über Erfolg und Misserfolg, so Johannes. Grundschullehrer sollten in einer Studie Kinder rein nach dem Vornamen einschätzen. Das Ergebnis: Kevin, Chantal oder Justin wurden als eher leistungsschwach und verhaltensauffällig bewertet. Im Gegensatz dazu stehen Charlotte, Hannah oder Alexander.

Auch bei der Jobsuche spielt der Name eine Rolle. Psychologen aus den USA verschickten fiktive Bewerbungen ohne Fotos an Firmen – mit gleichen Qualifikationen, aber unterschiedlichen Namen. Das Ergebnis: Bewerber mit typischen Namen für weiße Amerikaner wurden doppelt so oft zu Bewerbungsgesprächen eingeladen wie Bewerber mit typischen Namen für Schwarze. Für Deutschland gilt Ähnliches, sagt Gabriele Rodriguez von der Universität Leipzig:

"Nehmen wir einen Alexander und einen Kevin mit gleicher Qualifikation, da wird in jedem Fall der Alexander bevorzugt. Das hängt einfach mit diesem kollektiven Empfinden zu diesem Namen, was dann auch oft durch die Medien geht, zusammen."
Gabriele Rodriguez, Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig

Manchmal scheinen Namen auch das Schicksal der Menschen zu beeinflussen, die ihn tragen: Ausgerechnet ein Mann namens Sigmund Freud erforschte die Lust, und Wolfgang Wolf war Trainer beim VFL Wolfsburg. 

Alles nur Zufall? 

Nicht unbedingt, so der amerikanische Sozialpsychologe Brett Pelham, der unzählige US-Namen untersucht hat. Er hat zum Beispiel herausgefunden: Männer mit dem Namen Smith heiraten überdurchschnittlich oft Frauen, die schon vor der Hochzeit Smith hießen. Oder: Amerikanerinnen mit dem Namen Georgia oder Virginia ziehen überdurchschnittlich oft in den gleichnamigen Bundesstaat. Oder: Dennis, Denise oder Denny arbeiten besonders oft als Dentisten.

Wie wir auch heißen, zumindest sind über 85 Prozent der Deutschen mit ihrem Vornamen zufrieden. Selbstbewusste Menschen werden auch mit dem Namen Adloff, Bertrud oder Giselbert wenige Probleme haben.

Übrigens: Wer wissen will, welche Eigenschaften mit seinem Vornamen assoziiert werden, kann dies beim Vornamenlexikon Onomastik überprüfen.