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Habt ihr ein rundes Gesicht? Habt ihr dann auch einen runden Namen?

Psychologen der Uni Otago in Neuseeland haben sich wirklich diesen Effekt angeschaut - der übrigens Bouba-Kiki-Effekt heißt. Der besagt, dass wir runde Objekte eher mit Namen assoziieren, bei denen wir auch einen runden Mund machen müssen - zum Beispiel ein O wie im Namen Bob.

In verschiedenen Tests mussten Probanden Gesichtern Namen zuordnen. Die Ergebnisse waren immer gleich: Neun von zehn runden Gesichtern wurden auch eher runde Namen zugeordnet wie zum Beispiel George oder Lou. Acht von zehn kantigen Gesichtern bekamen auch eher kantige Namen, etwa Pete und Kirk.

Forscher: Passender Name beeinflusst Wahlen

Dann wollten die Wissenschaftler noch wissen, was passiert, wenn Menschen einen Namen haben, der eigentlich nicht zu ihrem Gesicht passt. Tatsächlich wurden die passenden Namen-Gesichts-Paare als sympathischer gewertet. Zum Beispiel für Politiker kann das nach Ansicht der Forscher ganz konkrete Folgen haben. Sie haben sich mehr als 150 US-Senatoren angeschaut, die zwischen 2000 und 2008 gewählt wurden und eine Art Kongruenz-Skala entwickelt mit der Frage: Wie gut passen Name und Gesicht zusammen? Heraus kam, dass Senatoren mit passenden Namen höhere Wahlergebnisse hatten. Die Wissenschaftler räumen ein, ihre These sei schon ziemlich provokant, aber Sympathie könne bei einer Wahlentscheidung ja auch ein Faktor sein, und die werde positiv beeinflusst, je nachdem wie passend der Name sei.

Woher der Effekt kommt, können Wissenschaftler nur vermuten. Sie sagen, es könnte sein, dass die Vernetzung von sensorischen und motorischen Bereichen im Gehirn dafür sorgt, dass wir eine Schwäche für Lautmalerei haben. Wir sehen Dinge und setzen die dann entsprechend in Bewegung um.

Tina Kießling, Wissensnachrichten, Deutschlandfunk Nova
"Erst mal ist es so, dass wir sowohl den Mund eher rund formen. Wir benutzen aber auch die Zunge anders: Bei spitzen Namen machst du auch so knappe Zungenbewegungen."

Wissenschaftler aus den USA haben das auch noch mal genauer untersucht. In einer Studie haben sie gezeigt, dass Menschen, die Verletzungen in einem bestimmten Bereich des Gehirns haben, den Bouba-Kiki-Effekt nicht mehr mitmachen. Dieser Bereich ist in der Großhirnrinde und heißt Gyrus Angularis. Er hilft beim abstrakten Denken und Assoziieren. Schreiben, Lesen und Rechnen laufen zum Beispiel über dieses Areal. Außerdem ist es wichtig für die Vernetzung von Wahrnehmung und Bewegung.

Den Namen "Bouba-Kiki" haben US-Wissenschaftler vor 16 Jahren geprägt. Sie haben ihren Testpersonen Kleckse gezeigt, einmal mit Kanten und Ecken, einmal rund und weich und dann sollten die sagen, welchen Klecks sie Kiki und welchen Bouba nennen würden. 95 Prozent sagten zum runden Klecks Bouba und zum eckigen Kiki. Seitdem heißt der Effekt so. Einen ähnlichen Test hat 1929 schon der deutsche Psychologe Wolfgang Köhler gemacht. Bei ihm hießen die Namen noch Takete und Malumba.