Ein Konflikt um Religion, ein Konflikt um die Verfassung, ein Konflikt darum, wer unter den europäischen Großmächten das Sagen hat: Wir blicken auf den Dreißigjährigen Krieg – und auf Analogien zur Lage im Nahen Osten heute.

Der 23. Mai 1618: Drei königliche Beamte fliegen aus einem der Fenster der Prager Burg. Dieser "Zweite Prager Fenstersturz" löst den Dreißigjährigen Krieg aus, der in Deutschland, Österreich und Böhmen ausgetragen wird. Es geht um einen Religionskonflikt (zwischen Protestanten und Katholiken), um einen Verfassungskonflikt (Wer hat das Sagen in Böhmen?) und um einen Hegemoniekonflikt der europäischen Großmächte.

Als nach 30 Jahren der Krieg mit dem Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück beendet wird, ist Deutschland in weiten Teilen zerstört und entvölkert, die staatliche Ordnung ist dahin und das Leben für viele Millionen Menschen eine Qual.

Parallelen zu heute

Auch heute gibt es einen Krieg, der die Ausmaße des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert erreicht hat: Im Nahen und Mittleren Osten herrscht seit dem Sturz des Schah-Regimes im Iran mehr oder weniger ununterbrochen Krieg. Damals wie heute vermischen sich religiöse- und verfassungsrechtliche Konflikte mit Hegemonieansprüchen. Damals wie heute wird der Krieg immer wieder von außen neu angeheizt - mit Waffen, Geld oder politischer Unterstützung. Bei aller Vorsicht mit historischen Vergleichen, gibt es doch viele Ähnlichkeiten, die man bei einer Bewältigung des Krieges im Nahen und Mittleren Osten vielleicht berücksichtigen könnte. 

Außerdem hört ihr in Eine Stunde History:

  • Axel Gotthard befasst sich mit den Gründen für den Dreißigjährigenjährigen Krieg.
  • Der Jenaer Historiker Georg Schmidt beschäftigt sich mit dem Westfälischen Frieden, der in "Deutschland" für eine Weile tatsächlich Frieden gebracht hat.
  • Der Historiker und Politologe Herfried Münkler zieht Analogien zwischen dem Dreißigjährigen Krieg 1618 - 1648 und den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten von heute.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert einige Aspekte der Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges seit dem Enstehen einer zweiten christlichen Religion durch die Reformation Martin Luthers.