Das Motto der Republica 2017 war der Liebe gewidmet – "Love out loud". Eine Aufforderung gegen den Hass im Netz. Aber generell auch für mehr Fokus auf die Liebe. Passend dazu wurden viele Liebes- und Sex-Themen bei der Digital-Konferenz vorgestellt. "Eine Stunde Liebe" hat einige Veranstaltungen dazu besucht – und auch neue Sextech-Trends ausprobiert. 

Zum Beispiel einen animierten Virtiuell-Reality-Porno aus Männerperspektive. Die Geschwindigkeit, mit der die Comic-Frau sich bewegt, kann man mit einem Sensor-Armband am Handgelenk steuern. Solche Filme für die Kombi aus Smartphones und VR-Brille haben nicht den Anspruch Ersatz für realen Sex und Beziehungen zu sein.

"Was wir hier zeigen, soll Menschen nur dabei helfen ihr Sexualleben zu verbessern. Gerade für Paare, die schon wahnsinnig lange zusammen sind und mal wieder einen kleinen Kick brauchen."
Tuba Frank, Amorelie

Weitere Sextech-Neuerungen sind vibrierende Liebeskugeln oder Paar-Sexspielzeug für Fernbeziehungen – ein mit einem Vibrator vernetzter Masturbator. Technologie kann so auch Nähe schaffen, sagt die israelische Sexualtherapeutin Maya Magnat.

"Nicht die Technologie bringt uns Menschen auseinander, sondern die Art wie wir sie benutzen. Wir können sie auch nutzen, um Verbindungen und Intimität zu schaffen. Das versuche ich mit meiner Arbeit."
Maya Magnat, Sexualtherapeutin

Magnat schätzt den Wert der Sextech-Industrie auf fast 100 Milliarden Dollar. Auf der Republica stellt sie verschiedene Spielzeuge und Internetseiten vor, die auch das Wissen über Sexualität erweitern. Wie die amerikanische Seite OMGyes.

...und was ist mit dem Datenschutz?

Dass bei neuem Sexspielzeug, wie einem Vibrator mit integrierter Kamera, auch Vorsicht geboten ist, betont die Datenschützerin Fanny Hidvegi. Sex Toys, wie ein neues digitales Kondom, sammeln Daten über Körperwärme, Intensität und Häufigkeit des Gebrauchs.

"Wir wollen neue Technologien nicht verbieten, aber darauf hinweisen, dass man ein Bewusstsein dafür haben sollte, was mit den Daten passiert."
Fanny Hidvegi, "Access Now"

Was die Darstellung von Liebe und Sexualität in Webserien angeht, kann Deutschland viel von englischen Serien lernen. Produktionen wie die amerikanische Serie "Orange is the new black" oder "Please like me" aus Australien sind Vorbild für neue Ansätze in Deutschland. Das junge Angebot von ARD und ZDF – Funk – will Webserien mit queeren Charakteren produzieren und berichtete auf der Republika von der bisherigen Erfahrung.

"Es gibt verschiedene Schwierigkeiten: Wie kann man queere Menschen schon in den Entstehungsprozess von so einer Serien-Idee einbinden? Geht weiter mit dem Casting, wo findet man überhaupt queere Schauspielerinnen für queere Rollen?"
Thilo Kasper, Creative Producer Funk