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Schätzungen gehen davon aus, dass jede dritte bis jede siebte Schwangerschaft nach nur wenigen Wochen endet. Gesprochen wird nicht gerne darüber. Und auch die Beratung für Betroffene ist ausbaufähig.

In der Regel ist eine Schwangerschaft für die Frau und ihren Partner oder die Partnerin eine unbeschreiblich tolle und aufregende Phase im Leben. Freudestrahlend erzählt sie ihrer Freundin oder ihrem Freund: "Du, ich muss dir was sagen". Doch nicht immer verläuft eine Schwangerschaft problemlos.

Viel seltener sprechen Frauen darüber, wenn ihre Schwangerschaft schon nach wenigen Wochen abrupt endet.

Als frühe Schwangerschaftsverluste bezeichnet man Schwangerschaften, die bis maximal zur 14. Woche dauern. Das ist für viele immer noch ein Tabu-Thema.

100.000 bis 200.000 Schwangerschaften enden nach wenigen Wochen

Wie häufig solche frühen Schwangerschaftsverluste vorkommen, dazu ist die Statistik nicht ganz eindeutig, was auch daran liegt, wie die Fälle dokumentiert werden.

Schätzungen gehen davon aus, dass jede dritte bis jede siebte Schwangerschaft in einem frühen Schwangerschaftsverlust endet. Bezogen auf Deutschland betrifft das circa 100.000 bis 200.000 Schwangere.

Völlig unerwartetes Ende

So erging es auch Anna aus Hamburg. Sie war schwanger mit einem Wunschkind und hatte gar nicht damit gerechnet, dass sie einen Schwangerschaftsverlust haben könnte.

Bei der ersten großen Ultraschall-Untersuchung in der zwölften Woche hatte ihre Gynäkologin allerdings festgestellt, dass das Herz ihres Kindes nicht mehr schlug.

"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und für mich ist in dem Moment die Welt zusammengebrochen."
Anna hatte einen frühen Schwangerschaftsverlust

In solch einen Fall gibt es drei Optionen:

  1. Zum einen kann man eine Operation vornehmen lassen, bei der das Gewebe aus der Gebärmutter abgesaugt wird.
  2. Auch durch ein Medikament kann man die Blutungen in Gang setzen lassen und einleiten, dass das Gewebe abgestoßen wird.
  3. Oder die betroffene Person wartet ab, bis der Körper den Prozess von selbst in Gang setzt und das Gewebe abstößt.

Den Vorgang, bei dem der Körper das Gewebe abstößt, nennt man auch "kleine Geburt", da es in solch einem Fall wie bei einer Geburt zu Kontraktionen der Gebärmutter kommen und man danach auch ein kurzes Wochenbett durchleben kann.

Keine der drei Möglichkeiten sei besser oder schlechter als die anderen, sagt die freiberufliche Hebamme Eline Wolf.

"Keine der drei Optionen hat einen Vorteil, keine der drei Optionen hat ein höheres oder niedriges Risiko in Bezug auf Entzündungen im Uterus und auch keinen Vor- oder Nachteil für folgende Schwangerschaften."
Eline Wolf, Hebamme

In "Eine Stunde Liebe" spricht Eline Wolf darüber, weshalb den Menschen, die einen Schwangerschaftsverlust erlebt haben, nicht alle möglichen Optionen angeboten werden. Und wie es sein kann, dass die Entscheidung über die Nachsorge nicht unvoreingenommen und selbstständig getroffen werden kann.

Anna spricht darüber, was sie durch den Schwangerschaftsverlust über ihren Körper gelernt hat und warum sie trotz allem gestärkt aus der Situation herausgeht.