Wer im Drogeriemarkt vor dem Putzmittelregal steht, merkt schnell: Für jede Oberfläche gibt es ein eigenes Spray, Gel oder Spezialmittel. Viele sind unnötig. So macht ihr sauber, ohne eurer Gesundheit, der Umwelt und eurem Geldbeutel zu schaden.

Um es gleich glasklar zu sagen: Wir brauchen nicht viele Putzmittel. Jedenfalls bei weitem nicht so viele, wie in Drogerie- und Supermärkten in ellenlangen Regalen stehen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Elena Bavandpoori.

Regale voller Versprechen

Sie hat zum Thema Putzmittel recherchiert und dafür mit Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg gesprochen. Für ihn sind die unzähligen Putzmittel vor allem eines: eine Marketingstrategie, damit wir immer wieder neue Sprays, Gele und Pasten kaufen.

"Die Putzmittelindustrie erfindet jedes halbe Jahr ein neues Wundermittel. Das ist größtenteils Unfug. Kein Mensch braucht es, und es schädigt die Umwelt."
Tristan Jorde, Verbraucherzentrale Hamburg

Im Alltag reichen meist wenige Produkte, sagt Elena Bavandpoori:

  • Fettlöser wie Spülmittel
  • säurehaltiger Reiniger gegen Kalk – dagegen könnte aber auch Zitronensaft helfen
  • eventuell ein Alkoholreiniger für Glasflächen

Duftreiniger: lieber weglassen

Und dann gibt es ja noch Duftstoffe, zum Beispiel für Zitrus- oder Kiefernoten. Die mögen für den einen oder die andere gut riechen, sie können aber die Lunge teilweise ähnlich stark belasten wie die Luft an stark befahrenen Straßen, wie eine internationale Studie aus dem Fachjournal Science Advances zeigt.

Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt sowieso, beim Putzen auf Sprays zu verzichten, weil sie sich eher in der Atemluft verteilen als auf dem Putzobjekt.

"Sprays sind ganz schlecht, weil 80 Prozent der Wirksubstanz in der Atemluft landet und nicht dort, wo wir sie haben wollen."
Tristan Jorde, Verbraucherzentrale Hamburg

Wenn wir wollen, dass es in der Wohnung frisch riecht, sollten wir vor allem gut lüften. Ansonsten empfiehlt Elena Bavandpoori getrockneten Lavendel, zum Beispiel in umweltfreundlichen Lavendelsäckchen für den Kleiderschrank.

Umweltfreundlichere Putzmittel erkennen

Wer beim Putzen darauf achten will, keine Produkte zu verwenden, die der Umwelt zusätzlich eins draufsetzen, sollte beim Kauf auf bestimmte Gütesiegel achten.

"Im Zweifelsfall Putzmittel nehmen, die den Blauen Engel oder die europäische Umweltblume tragen. Sie enthalten harmlosere Abbauprodukte."
Tristan Jorde, Verbraucherzentrale Hamburg

Wer einen Balkon oder eine Steinterrasse zu reinigen hat, darf zum Dampfreiniger greifen. "Heißer Dampf kann auf rauen Terrassenplatten Keime reduzieren", erklärt Elena Bavandpoori. Damit bekomme man auch leichte Verkrustungen weg, aber es sei kein Wundermittel:

"Gegen Kalk wirkt Dampf zum Beispiel gar nicht." Außerdem brauche das Gerät Energie und funktioniere nur richtig bei hoher Temperatur. Umweltfreundlich sei es also nicht – vor allem, wenn es einen Zusatztank hat, in den Chemikalien gefüllt werden.

"Entscheidend ist, Schmutz schnell zu entfernen, bevor er sich festsetzt. Dann braucht man automatisch weniger Putzmittel."
Elena Bavandpoori, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Weniger Putzmittel reichen aus.
  • Reinigt lieber schnell, dann müsst ihr später kein krasses Putzmittel draufhauen.
  • Ansonsten: Setzt auf die Kombi aus Spüli, Säurehaltiges gegen Kalk und etwas Alkohol.
  • Und die Reste? Die könnt ihr aufbrauchen und dann einfach nichts nachkaufen.
Shownotes
Glasklar
Diese drei Putzmittelbasics reichen im Alltag aus
vom 02. März 2026
Moderation: 
Tom Westerholt
Gesprächspartnerin: 
Elena Bavandpoori, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin