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Bei Hitze heißt es immer wieder: viel trinken! Aber was genau bedeutet das? Klar ist: Es lässt sich nicht pauschal sagen. Wer viel Sport macht oder in der Mittagssonne draußen arbeitet, braucht mehr Flüssigkeit als Menschen im klimatisierten Büro.

Schon wenn wir uns daran orientieren, ob wir Durst haben oder nicht, wird es schwierig. "Denn Durst sagt einem eigentlich vor allem: 'Wir haben hier schon ein Wasserdefizit. Bitte auffüllen'", sagt Deutschlandfunk-Nova-Wissensreporterin Julia Demann.

Außerdem haben nicht alle Menschen das gleiche Durstempfinden. Man weiß das vor allem von Kindern und älteren Menschen, es lässt sich aber auch im Alltag beobachten: Da gibt es diejenigen, die immer mit einer Flasche Wasser rumlaufen und andere, die abends feststellen: Oh, ich könnte ja mal ein Glas Wasser trinken.

"Es wird an normalen Tagen so grob empfohlen, 1,5 bis 2 Liter zu trinken. Nun hängt das aber sehr stark von Größe, Gewicht, Geschlecht und der körperlichen Aktivität ab."
Julia Demann, Deutschlandfunk-Nova-Wissensreporterin

Die meisten Studien zum Trinkverhalten, zum Flüssigkeitsverlust und -bedarf werden außerdem nicht mit Personen durchgeführt, die in mehr oder weniger klimatisierten Büros sitzen, sondern da stehen oft ältere Leute oder Leistungssportler im Fokus. "Und gerade Letztere sollten zusätzlich trinken", sagt Julia Demann.

Mehr Flüssigkeit bei Sport und körperlicher Arbeit

Ähnlich wie Leistungssportler*innen zählen auch Handwerker*innen und Arbeiter*innen, die viel draußen sind und sich körperlich anstrengen, zu der Gruppe, die mehr trinken sollten. Ein Indikator ist der Schweiß, den wir dabei produzieren. "Das können bei einer Stunde körperlichem Training oder körperlicher Arbeit zwischen 0,5 und 1,5 Liter sein. Das sollte man jetzt aber nicht auf einmal ausgleichen, sondern am besten während des Trainings oder der Arbeit immer mal wieder Wasser trinken", sagt unsere Wissensreporterin.

Elektrolyte, um Salze auszugleichen

Sportler*innen und Arbeiter*innen kommen so dann auch schon mal auf vier Liter am Tag. Wichtig dabei ist, dass sie auch Elektrolyte aufnehmen, um die Salze auszugleichen, die man ausschwitzt. "Da gibt es spezielle Drinks oder auch so Elektrolyte-Mischungen, die man von Durchfallerkrankungen kennt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erwähnt in dem Zusammenhang auch alkoholfreies Bier", erklärt Julia.

"Alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser à 200 Milliliter – auch wenn man noch kein Durstgefühl hat."
Julia Demann, Deutschlandfunk-Nova-Wissensreporterin

Menschen, die sich weniger körperlich anstrengen, sollten über den Tag verteilt alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser oder etwa Ähnliches Trinken. "Auch wenn man noch kein Durstgefühl hat. Wenn man das circa 16 Stunden, die man wach ist, durchzieht, kommt man auf etwa drei Liter am Tag", sagt unsere Reporterin.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät jedoch nicht zu einer exakten Trinkmenge, weil es individuell sehr unterschiedlich ist und auch von Tag zu Tag variieren kann. Bei dieser Gruppe reicht die normale Ernährung aus, um den Salzgehalt aufzufüllen – zusätzliche Elektrolyte sind nicht notwendig.

Aber: Damit wir genug trinken und auch ein paar Mikronährstoffe wieder aufnehmen, darf es auch mal eine Saftschorle sein.

Kalte Getränke? Kein Problem

Es heißt immer mal wieder: Im Sommer sollten wir nicht zu kalt trinken – obwohl das ja eigentlich genau das ist, wonach man dann lechzt. Julia Deman sagt: "Es gibt keine wirkliche wissenschaftliche Grundlage dafür, dass man nichts Kaltes trinken soll. Im Gegenteil: Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Menschen bei Hitze mehr trinken, wenn die Getränke kalt sind."

Shownotes
Trinken
Wie viel Flüssigkeit braucht unser Körper?
vom 10. Juli 2026
Moderator: 
Markus Dichmann
Gesprächspartnerin: 
Julia Demann, Deutschlandfunk Nova