Was ist der Unterschied zwischen Berlin und München? Und warum sind die Namen auf den Schildern der Schaffner nicht immer echt? Der Datenjournalist Julius Tröger ist mit der ICE Linie 11 von Berlin nach München gefahren und hat die Antworten dazu gefunden.

Im Dezember 2017 ist Julius Tröger in Berlin in den ICE gestiegen. Die Fahrt bis nach München führt durch acht Bundesländer. Haltebahnhöfe sind unter anderem Erfurt und Nürnberg. Die Fahrt dauert rund acht Stunden – ohne Verzögerung. Julius hat neun Stunden gebraucht.

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Die Idee, die Regionen und Städte, die er durchfährt, miteinander zu vergleichen, ist nicht neu. Als Julius noch bei der Berliner Morgenpost arbeitete, hat er mit Theresa Rentsch das Datenprojekt "M29 - Berlins Buslinie der großen Unterschiede" fürs Netz umgesetzt. Dafür haben die beiden den Nannen Preis 2016 erhalten. Vorläufer war eine Geschichte in der New York Times.

"Direkt, nachdem die Strecke aufgemacht wurde, habe ich mir ein Ticket gekauft. "
Julius Tröger, Datenjournalist

Beim Vergleich der Regionen und Städte treten eklatante Unterschiede auf. Beispielsweise in Bezug auf die Arbeitslosenzahlen. Diese halbieren sich, wenn man Berlin und München direkt vergleicht, sagt Julius. Spannender findet Julius, dass die Daten mit ein paar Klischees aufräumen. So ist Berlin nicht die Stadt der Zugezogenen, sondern München. Auch ist Berlin nicht die Multikulti-Hauptstadt, denn in München haben rund 25 Prozent der Einwohner keinen deutschen Pass. In Berlin sind es nur rund 15 Prozent. 

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Diese spannenden Datenvergleiche hat Julius gesammelt in dem Buch "1000 Kilometer Deutschland. Daten, Fakten, Gegensätze auf der längsten Bahnstrecke" veröffentlicht. Beispielsweise hat Julius Telefonbücher ausgewertet und herausgefunden, wo welche Nachnamen sich häufen. Aber auch während der Bahnfahrt hat er Kurioses entdeckt. Zum Beispiel sind die Namen der Schaffner auf ihren Schildern nicht alle echt.

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Korrektur: 

In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, dass in München 10 Prozent mehr Ausländer als in Berlin lebten. Es handelt sich allerdings um Prozentpunkte. Wir haben das im Text korrigiert. Im Audio haben wir die fehlerhafte Passage entfernt.