Zölle, Schulden und ein schwacher Dollar: In seinem Vortrag analysiert der Wirtschaftswissenschaftler Rolf Langhammer Trumps Wirtschaftspolitik und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Trump zerstört Regeln, Normen und Verträge, seine Wirtschaftspolitik führt zu Unsicherheit und trifft die Armen in den USA besonders hart, sagt Rolf Langhammer, der als Wirtschaftswissenschaftler am Kiel Institut für Weltwirtschaft forscht.
"Trump mag die EU nicht, er möchte sie spalten. Für ihn gibt es nur Nationalstaaten, mit denen man verhandeln kann. Und in einem solchen Verhandlungsspiel ist er meist der Stärkere."
Trump ist ein Transaktionalist, der schnell handelt, schnell seine Meinung ändert, Partner unter Druck setzt und vom Ausland prinzipiell nichts Gutes erwartt, urteilt der Ökonom. Für die Märkte bedeute das viel Unsicherheit – und Unsicherheit sei Gift für Investitionen. Hinzukommt, dass die USA unter Trump enorm viele Schulden machen, sagt Rolf Langhammer. Die Frage sei, ob Amerika diese Schulden zurückzahlen könne und wolle.
"Amerika macht Schulden als ob es kein Morgen gäbe. Und die Frage ist: Ist Amerika in der Lage, diese Schulden zu bedienen?"
In Sachen Geldpolitik habe Trump eine zwiespältige Position: Einerseits wolle er einen schwachen Dollar, weil das die Exporte stärke. Andererseits sei der Dollar als Leitwährung darauf angewiesen, dass die Anleger ihm genügend Bonität zuschreiben. Wie Trump dieses Problem lösen will und was Stablecoins damit zu tun haben, auch das erklärt Rolf Langhammer in seinem Vortrag.
Die Folgen von Trumps Zollpolitik
Aufgrund der im April 2025 verhängten Zölle auf Importe sind die Preise für diese Waren gestiegen, erklärt der Ökonom. Das belaste Einkommensschwache besonders, denn arme Menschen gäben prozentual mehr ihres Geldes aus. In seinem Vortrag erklärt Rolf Langhammer, wie sich die Zölle auf die US-Wirtschaft auswirken und was das für die Weltwirtschaft bedeutet. Außerdem beschreibt er, wie sich die Umweltpolitik unter Trump verändert hat.
"Seine Devise ist 'drill, baby, drill'. Die amerikanische Rohöl-Produktion ist deutlich hochgegangen und viele Handelspartner folgen dieser Politik, auch die Europäischen Union."
Rolf Langhammer war stellvertretender Präsident des Kiel Institut für Weltwirtschaft und Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungsökonomik an der Universität Kiel. Mittlerweile ist er im Ruhestand, forscht aber weiter am Kiel Institut. Seinen Vortrag "Disruption als Geschäftsmodell: Eine wirtschaftliche Zwischenbilanz" hat er am 29. Januar 2026 im Rahmen der Reihe vhs.wissen live gehalten, die von der Volkshochschule Esslingen und der Volkshochschule Südost im Landkreis München veranstaltet wird.
Hinweis: Der Vortrage stammt also noch aus der Zeit, bevor der Oberste Gerichtshof der USA im Februar 2026 einen Großteil der von Präsident Trump verhängten Zölle für rechtswidrig erklärt hat. Und diese Folge wiederum wurde produziert, noch bevor ein US-Berufungsgericht die Zölle im Mai 2026 vorübergehend wieder in Kraft gesetzt hat. Seit der Entscheidung des Supreme Courts gibt es ein juristisches Tauziehen um Trumps Zollpolitik - Rolf Langhammer erklärt in seinem Vortrag den Effekt der Zölle aber ganz grundlegend und unabhängig von diesem aktuellen Hin und Her.
- Einleitung
- Wirtschaftspolitische Paradigmen von Trump
- Wachstum und Inflation: Auswirkungen auf die Midterm-Wahlen
- Trumps Handelspolitik
- Trumps Umweltpolitik
- Trumps Sicht auf den Dollar als Leitwährung
- Ausblick
