Töpfern, Eisenbahnmodelle und Briefmarkensammeln: Manche Hobbys gelten als verstaubt, gefühlt gehören sie am ehesten in einen muffigen Kellerraum. Nur: Sie werden auch von Menschen betrieben, die eigentlich gar nicht das Spießig-Klischee erfüllen. Das und mehr in dieser Ausgabe der Ab 21.

Mit 16 wollte Dustan eigentlich später mal zur Feuerwehr. Als er damals zunächst mit kleinen Feuerwehrmodellen Vorlieb nehmen musste, gesellte sich rasch auch eine Miniatur-Eisenbahn dazu. Mittlerweile ist Dustan 22 und hat seine Bastel- und Sammel-Leidenschaft auf satte zehn Quadratmeter Zimmerfläche ausgeweitet. Im Gespräch erzählt er von den Anfängen seiner Modelleisenbahnliebe.

"Dann ging natürlich das Drama los. Dann habe ich gesehen, wie der Zug im Kreis gefahren ist. Das allein hat mich schon fasziniert."
Dustan, manövriert Modelleisenbahnen auf zehn Quadratmetern Zimmerfläche

Modelleisenbahnen sind auch Lenas Hobbys. Gerade baut sie zu Hause sogar eine Original-Strecke im Ruhrgebiet aus dem Jahr 1910 nach. Das Ganze präsentiert sie dann stolz auf Instagram. Im Gespräch erfahren wir, warum sie das alles macht. "Es ist dieses Ursprüngliche, dieses Kraftvolle, was dahintersteckt."

Trend und Renaissance statt Spießigkeit

Auch Kathi ist handwerklich unterwegs. Sie hat sich den kreativen Umgang mit Tonmaterial schon als kleines Kind bei ihrer Tante abgeschaut. Mittlerweile hat Kathi eine eigene Werkstatt und gibt Workshops zum Töpfern.

Die gute alte Spießigkeit

  • Den Begriff Spießer gibt es eigentlich schon lange. Im 10. Jahrhundert wurde er durch die Spießbürger geprägt. Die verteidigten ihre Stadt mit Spießen, um für Ordnung zu sorgen. Negativ konnotiert wurde der Begriff vor allem in den 1960er-Jahren als die 68er-Generation gegen ihre Eltern revoltierte. Damals wurde die Frage "Was sollen die Nachbarn denken?" zum Streitfall.
  • Übrigens zeigt selbst der Großstadt-Hipster Anzeichen von Spießigkeit. Denken wir kurz an die Coffee-to-go-Spießer, Bioladen-Spießer, Vegetarier-Spießer. Die Spießer der Neuzeit inszenieren sich und wollen ihre Verhalten nach außen hin als Normalität verkaufen.
  • Töpfern und Modellbau schön und gut – aber streben wir jetzt auch nach Pauschalurlaub, Kleinfamilie und Bausparvertrag? Nicht alle Millennials sind spießig, sagt die Jugendforschung.

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Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartner:  Dustan, manövriert Modeleisenbahnen auf zehn Quadratmetern Zimmerfläche
  • Gesprächspartnerin:  Lena, Modelleisenbahnbloggerin
  • Gesprächspartnerin:  Kathi, hat eine Töpferwerkstatt und gibt Kurse
  • Gesprächspartner:  Ulrich Reinhardt, Zukunftswissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen