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In "Der Duft des Wals" erzählt Paul Ruban die Geschichte von Judith und Hugo, die versuchen, ihre Ehe mit einem Luxusurlaub zu retten. Doch über dem Paradies liegt ein übler Geruch der Verwesung: Ein toter Wal wurde an den Strand gespült.

Sie hätte doch Nonne werden sollen, nicht Stewardess, denkt sich Céleste. Auch wenn sie dem Herrn hier oben sehr nah ist. Aber: Die Familie in Reihe acht ist zu 100 Prozent Drama.

Erst wirkte alles so gut. Die Eltern sahen so friedlich aus beim Schlafen. Beide mit Nackenhörnchen. Das Mädchen hat neben ihnen still vor sich hin gespielt. Bis sie dann zur Toilette musste und an ihren Eltern verzweifelt gerüttelt hat, weil die Toilette blockiert war. Da wusste Céleste: Hier ist gar nichts gut.

Wie der Zufall es will, checkt sie aber in dem gleichen Luxushotel ein wie Judith, Hugo und ihre Tochter Ava, die "Drama-Familie".

Paartherapie in Mexiko?

Vor der Familie aus Reihe acht liegen zehn Tage Familienurlaub. Glücklich wirken sie aber nicht. Die Eltern verhalten sich, als wären sie sich fremd.

Ein lauter Knall

In der ersten Nacht wird Hugo aus dem Schlaf gerissen. Judith und Ava sind nicht aufgewacht. Ganz leise schleicht er sich auf den Balkon – und erschrickt. Am Geländer klebt eine Art Gelee. Vom Strand schwappt ein Stimmengewirr herüber. Hugo packt die Neugier.

Er rennt los. Aber auf das, was ihn am Strand erwartet, ist er nicht vorbereitet. Da liegt ein riesiger Wal. Ein toter, explodierter Blauwal. Um ihn herum und auf der gesamten Hotelanlage liegen die Teile des Tiers.

Geruch der Verwesung

Toller erster Tag, denkt sich Hugo. Er weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll. Er weiß auch nicht, wie das mit ihm und Judith schief gehen konnte und ob es je wieder gut wird. Sie sind seit zwölf Jahren ein Paar, aber daran ist fast nichts mehr schön.

Außer, dass Ava da ist. Ihre Tochter soll von all dem nichts merken. Nichts von der kaputten Beziehung ihrer Eltern und nichts von dem toten Meeressäuger am Strand. Das könnte allerdings schwierig werden. Denn über allem hängt ein unfassbarer Gestank nach Verwestem.

Das Buch:

"Der Duft des Wals" (Originaltitel: "Le parfum de la baleine") von Paul Ruban. Aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt von Jennifer Dummer. Aufbau Verlag, 220 Seiten. Hardcover: 22 Euro, Taschenbuch: 14 Euro (erscheint im Juni 2026), E-Book: 16,99 Euro, Hörbuch: 17,99 Euro, gelesen von Chris Nonnast, Julia Dillmann und weiteren Sprecher*innen. Erscheinungstermin: 16.04.2025.

Der Autor:

Paul Ruban wurde in Winnipeg, Kanada, geboren und ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Übersetzer. Er lebt in Kanada und in Deutschland. "Der Duft des Wals" ist sein erster Roman, der in Kanada zu einem Überraschungserfolg wurde.

Shownotes
Das perfekte Buch für den Moment...
…wenn du im Urlaub bist – aber gern woanders wärst
vom 01. März 2026
Autorin: 
Lydia Herms, Deutschlandfunk Nova