Namensforschung

Vornamen, die Karriere machen

Besser Dirk als Friederich? Besser Charlotte als Chantal? Inwiefern Vornamen unsere Karriere und sogar unser Gehalt beeinflussen können.

Tatsächlich kann unser Name mit entscheiden über Erfolg und Misserfolg im Leben. Grundschullehrer sollten in einer Studie Kinder nur nach dem Vornamen einschätzen. Sie stuften Kevin, Chantal oder Justin als leistungsschwächer und verhaltensauffälliger ein als Charlotte, Hannah oder Alexander.

Auch nach der Schule, beim Berufseinstieg, kann der Name mit entscheiden. Psychologen aus den USA haben Bewerbungen von fiktiven Personen an Unternehmen geschickt. Auf Fotos verzichteten sie.
Die angegebenen Qualifikationen waren jeweils gleich, nur die Namen unterschieden sich: Bewerber mit typischen Namen für weiße Amerikaner wurden im Vergleich mit Bewerbern mit typischen Namen für Schwarze doppelt so häufig zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Für Deutschland gibt es ähnliche Beobachtungen.

"Man hat gleichwertige Bewerbungen mit unterschiedlichen Namen geschrieben und festgestellt, dass ein Alexander immer besser abschneidet als ein Kevin."

Die Online-Job-Börse Adzuna hat sich 2017 für eine Studie die Vornamen und das Jahresgehalt in gut 5000 Lebensläufen angeschaut. Das Ergebnis: Männer mit kurzen, einsilbigen Vornamen verdienen tendenziell mehr. Unter den Top-Verdienern waren Dirk, Hans, Klaus und Ralf. Männer mit zweisilbigen Namen verdienten im Schnitt 8 Prozent weniger, Vornamen mit drei Silben sogar 18 Prozent weniger.

Namen zeigen das Alter

Eine amerikanische Studie, die das Ganze mit kurzen Namen wie Tim, Rob und Wayne untersucht hat, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Namensforscher Knud Bielefeld ist jedoch skeptisch. Er meint, dass die Namen eher etwas über das Alter der Namensträger aussagen.

"Die Beispielnamen Dirk, Hans und Ralf, das sind Namen von Leuten, die auf die Rente zugehen. Mit fortschreitender Karriere hat man meist ein höheres Einkommen."
Knud Bielefeld, Hobby-Namensforscher

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