Versan, Sunika, Merkel oder Darth: Wann ein Vorname ein Vorname ist, das weiß die Namensforscherin Gabriele Rodríguez.

Zurzeit geben viele Eltern ihren Kindern wieder altdeutsche, germanische Vornamen wie Ludwig, Leopold, Richard, Otto oder Karl. "Auch bei den Mädchen gibt es Namen, die ganz modern klingen, wie Ida. Das ist aber ein ganz alter germanischer Name", erklärt die Namensforscherin Gabriele Rodríguez.

Gabriele Rodríguez hat beobachtet, dass es mehr Namen mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Kulturen gibt: arabisch, persisch, kurdisch, asiatisch, indisch. "Bei syrischen Kurden haben wir viele kurdische Namen wie Ruhef. Die Silbe "hef" steht für den Mond." Bei arabischen, persischen und kurdischen Namen seien Naturerscheinungen immer Bestandteil von weiblichen Namen, erklärt die Namensforscherin.

Namen aus Star Wars

Auch beliebt: Namen aus Filmen wie Star Wars. DRadio-Wissen-Moderator Ralph Günther findet die Kombination "Darth Günther" sehr schön. Gabriele Rodríguez erzählt, dass er damit nicht alleine ist.

"70 Prozent der Namen aus Star Wars wurden alle schon in Deutschland eingetragen - da war Anakin dabei und auch Darth."
Namensforscherin Gabriele Rodríguez über Star-Wars-Namen

Versan oder Sunika?

Noch ein Trend: Zusammengesetzte Namen aus den Elternnamen oder den Namen der Großeltern: Aus Susan und Veronika wird dann Versan. Eine andere Variante derselben Namen wäre Sunika gewesen. Es sei durchaus möglich neue Namen aus den Silben bestehender Namen zu kreiieren, sagt Gabriele Rodríguez.

Vorname: Merkel

Und dann war da noch die Geschichte mit Merkel als Vorname: Eine Frau aus Ghana hat ihr Kind mit Vornamen Angela Merkel genannt - aus Dankbarkeit für die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Merkel als zweiter Vorname sei durchaus möglich, sagt Gabriele Rodríguez. Merkel gehe tatsächlich auf einen Rufnamen zurück. Die Silbe "Merk" sei eine Koseform für Namen, die mit "Mark" oder "Merk" beginnen. Darum stehe Merkel in den Verzeichnissen der Standesämter als männlicher Vorname. "Er wäre auch als Mädchenname möglich, weil es alte weibliche Vornamen mit dem "Merk"-Element gibt. Und die Koseendung "el" haben wir auch bei Ursel", sagt Gabriele Rodríguez.