Bei Anorexie hungern die Betroffenen und haben teils extremes Untergewicht - Menschen mit Bulimie bekommen oft Essanfälle und kompensieren das dann mit Erbrechen oder auch übermäßig viel Sport. Und in den letzten Jahrzehnten sind die weltweit diagnostizierten Fälle deutlich gestiegen, zeigt eine neue Studie im Fachjournal Jama Psychiatry.
Das chinesische Forschungsteam dahinter hat Daten aus der Global Burden of Disease Studie rangezogen. Bei der Erhebung werden regelmäßig das Vorkommen und die Auswirkungen von hunderten Krankheiten weltweit geschätzt.
Das Team hat rausgefunden, dass die Bulimie- und Anorexie-Diagnosen zwischen 1990 und 2023 um etwa 20 Prozent gestiegen sind. 2023 wurden weltweit über 18 Millionen Betroffene dokumentiert. Die meisten Erkrankten waren Mädchen und junge Frauen aus Australien, Neuseeland und Westeuropa. Am stärksten war der Anstieg aber in Asien - in Regionen, die gerade im wirtschaftlichen Aufschwung sind. Das Team prognostiziert, dass die Fälle weltweit weiter zunehmen werden und rechnet mit fast 22 Millionen Betroffenen im Jahr 2050.
Das deutsche Science Media Center hat Forschende befragt, welche Gegenmaßnahmen sinnvoll sind, damit die Zahlen nicht weiter steigen. Sie sagen: Es braucht mehr Präventionsangebote in Schulen, besseren Jugendschutz auf Sozialen Medien plus mehr Forschung und Therapieplätze.
