Bei der Fischerei mit Grundschleppnetzen ziehen Schiffe schwere Netze über den Meeresboden. Dabei können tiefe Furchen im Sediment entstehen.

Über diese Spuren will ein Forschungsteam rausfinden, wie stark ein Gebiet durch die Schleppnetzfischerei belastet ist. Es hat in einem kleinen Gebiet in der Ostsee den Meeresboden mit Schallwellen abgetastet und so die Furchen vermessen. Mit diesen Daten haben die Forschenden dann eine KI trainiert, und die erkennt Schleppnetzspuren inzwischen automatisch in digitalen Tiefenkarten auch in anderen Ozeanen. Die Forschenden schreiben im Fachjournal Ecological Informatics: Die Furchen bleiben etwa ein Jahr lang bestehen. Ob sich in dieser Zeit auch das Ökosystem in den Furchen wieder erholt, ist unklar.

Eine Untersuchung der deutschen Ostsee mit der Methode konnte unter anderem zeigen: In manchen Meeresschutzgebieten wurden Schleppnetze auch nach dem Inkrafttreten eines Verbots noch genutzt. Die Forschenden sagen, ihre Methode könnte dabei helfen, die Schleppnetzfischerei besser zu überwachen.