Das hat sich eine US-Forschungsgruppe gefragt und folgende Erklärung gefunden: Wir führen vielleicht unbewusst quasi eine Strichliste mit den Vor- und Nachteilen bestimmter Freundschaften. Im Experiment sollten 1.200 Testpersonen vier Arten von Freundschaften bewerten: Einen ausgedachten idealen Freund; einen echten guten Freund; jemanden, den sie eigentlich gern aus dem Freundeskreis loswerden wollten; und einen Freund von früher.
Die Testpersonen sollten jeweils sagen, wie viele Vor- und Nachteile die Freundschaften ihnen bringen. Dabei ergab sich im Schnitte eine klare Bilanz: Beim idealen und echten guten Freund überwogen die Vorteile deutlich, bei der Person, die man loswerden wollte, hielten sich Positives und Negatives die Waage, und beim ehemaligen Freund gabs unterm Strich etwas mehr Nachteile.
Die Forschenden schreiben im Fachmagazin Evolution and Human Behavior aber auch, dass sie nur Vor- und Nachteile abgefragt haben, die in der Evolutionspsychologie eine Rolle spielen, also etwa gesellschaftliches Ansehen oder Kontakte für die Job- und Partnersuche.
