Am Ende des Zweiten Weltkriegs warfen die USA 1945 in Japan Atombomben ab.

Die Kernspaltung war erst wenige Jahre zuvor entdeckt worden (1939). Während des Kriegs wurde dann um die Wette geforscht, um als erster eine Atombombe zu entwickeln. Eine neue Studie im Fachmagazin PNAS Nexus beschäftigt sich jetzt mit der Frage, wie weit die Nazis damals waren. Hätte auch Deutschland eine Atombombe bauen können?

Voraussetzung dafür ist Material für die Kernspaltung. In Deutschland gab es dazu das Uranprojekt, mit dem B8-Reaktor, der mit schwerem Wasser aus Norwegen funktionieren sollte. Ein Team von Wissenschaftlern hat sich zwei Uranwürfel von damals nochmal angesehen, sowie historische Aufzeichnungen, technische Berichte und Briefe aus der Zeit. Die Autoren sagen: Deutschland war noch nicht soweit. Um mit dem Reaktor wirklich voranzukommen, hätten die Nazis die doppelte Menge an Uran gebraucht sowie mehr schweres Wasser. Für eine Atombombe hatten die Deutschen damals laut der Studie also schlicht nicht genug Material.