In Indien will die Regierung mit einem riesigen Projekt Wasserknappheit bekämpfen.

Zwei große Flüsse in Zentralindien sollen mit einem Kanal und einem Netz aus Tunneln verbunden werden. Dafür werden gerade Dörfer und Ackerland geflutet - und vor allem Indigene verlieren ihre Heimat. Die Bezirksverwaltung hat erklärt, dass die meisten von ihnen Entschädigungszahlungen bekommen haben. Die Nachrichtenagentur Reuters hat mit Betroffenen gesprochen. Sie sagen, dass die Zahlungen der Regierung zu niedrig sind - dass zum Beispiel nur der Wert von Häusern entschädigt wurde, aber nicht darauf geachtet wird, dass die Menschen ihre Einkommensquellen verlieren. Viele Dorfgemeinschaften protestieren regelmäßig gegen die Pläne - legen sich zum Beispiel auf symbolische Scheiterhaufen aus Holz am Flussufer.

Die indische Regierung will das Projekt trotz der Proteste in den nächsten fünf Jahren fertigstellen. Ziel ist es, Wasser in dürregefährdete Regionen umzuleiten und so die Ernährungssicherheit zu verbessern. Neben Indigenen kritisieren auch Umweltorganisationen das Projekt - unter anderem, weil auch ein Nationalpark mit Tigerreservat geflutet werden soll.