In Kalifornien sitzen fast 550 Gefangene im Todestrakt. Auch wenn dort in den letzten 20 Jahren niemand hingerichtet wurde, droht ihnen theoretisch die Todesstrafe. Das ändert sich jetzt.

Gouverneur Gavin Newsom hat ihre Urteile in lebenslange Haft umgewandelt. In einer Mitteilung an die Bevölkerung schreibt Newsom, eine vom Staat genehmigte Tötung sei nicht mit den Werten des US-Bundesstaates vereinbar. Amnesty International und andere Organisationen hatten ihn aufgefordert, vor Ende seiner Amtszeit ein Zeichen gegen die Todesstrafe zu setzen. Newsom ist Demokrat - es wird damit gerechnet, dass er in zwei Jahren bei der Präsidentenwahl antritt.

Die Debatte um die Todesstrafe in den USA hatte sich zuletzt verschärft - nach einer missglückten Hinrichtung in Tennessee. Eine verurteilte Mörderin überlebte dort vor eine Exekution mit der Giftspritze. Weltweit wird die Todesstrafe laut Amnesty International in mindestens 17 Ländern vollstreckt.