Eigentlich sollte es keinen Unterschied machen, ob wir im Krankenhaus von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt werden - aber das tut es vielleicht doch.

Das legt eine Studie der Uni Toronto nahe. Die Forscherin schreibt im Fachmagazin Jama Network Open, dass Patienten, die von weiblichen Ärzten im Krankenhaus betreut wurden, seltener starben und auch etwas seltener nochmal eingeliefert wurden, als diejenigen die hauptverantwortlich von Männern betreut wurden.

Studie zeigt niedrigere Sterblichkeit

Für die Studie wurden Daten von fast einer Million Erwachsenen analysiert, die zwischen 2008 und 2022 im Krankenhaus waren. Alle hatten eine von sieben besonders häufigen Diagnosen wie Herzinfarkt oder Lungenentzündung. Bei gut einem Viertel war es eine Ärztin, die die Patienten hauptsächlich behandelte. Der größere Teil wurde von Ärzten betreut. Und dabei zeigte sich bei den Ärztinnen eine niedrigere Sterblichkeit nach 30 Tagen: 12,3 Prozent zu 13,7 Prozent.

Die Forscherin nennt mehrere mögliche Erklärungen dafür, zum Beispiel dass Ärztinnen gezielter mit den Patienten sprechen, mehr Zeit mit ihnen verbringen und eher bereit sind, mit Kollegen Rücksprache zu halten und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Sie betont, dass es ihr nicht darum geht, ein Geschlecht zu bevorzugen, sondern Verhaltensweisen zu finden, die die Versorgung besser machen.