Bei Rückenwind macht jeder sein eigenes Ding - bei Flaute oder Gegenwind warten die Zugvögel gemeinsam auf ein passendes Zeitfenster.

Das vermutet ein Biologie-Team nach der Auswertung von Daten auf der italienischen Insel Ponza. Auf der Insel kommen Zugvögel an, die auf dem afrikanischen Kontinent überwintern und über das Mittelmeer wieder zurück nach Europa fliegen. Ponza ist also nur eine Zwischenstation. Das Team hat sich angeschaut, ob es Arten gibt, die gemeinsam mit anderen ankommen. Es fand heraus, dass sich im Laufe des Untersuchungszeitraums von 18 Jahren wiederkehrende Gruppen gebildet haben: etwa Gelbspötter und Schilfrohrsänger oder Gartengrasmücken und Pirole. Insgesamt gibt es acht Gruppen, drei davon sind sich besonders treu.

Warten auf besseren Wind

Das heißt nicht, dass die Vögel gemeinsam fliegen oder sich abstimmen. Das Team vermutet, dass bei ungünstigem Wind Vögel verschiedener Arten ihren Abflug verzögern und sich an der Küste sammeln, bis der Wind passt. Dann starten sie zusammen. Dadurch kommen sie in Ponza in Gruppen an.