Der Stoff Nitrat wird vor allem durch stickstoffhaltigen Dünger ins Grundwasser gespült - und kann so auch ins Trinkwasser kommen.

Darin gibt's einen Grenzwert für die maximal erlaubte Nitrat-Menge (50 Gramm Nitrat pro 1 Liter Wasser). Aber den betrachten mehr als 80 Umwelt- und Gesundheitsorganisationen als veraltet - und fordern deswegen von der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Überarbeitung. Sie schreiben in einem offenen Brief, dass der alte Grenzwert vor allem mit Blick auf Babys festgelegt wurde. Denn Nitrat wird im Körper in Nitrit umgewandelt, und zu viel kann bei Säuglingen einen gefährlichen Sauerstoffmangel auslösen.

Die Organisationen sagen, dass es inzwischen belastbare Belege für weitere Gesundheitsgefahren gibt: Schon Werte unter dem aktuellen Nitrat-Grenzwert im Trinkwasser könnten das Risiko für Frühgeburten oder auch für Darmkrebs erhöhen. Deshalb sollte ein niedrigerer Grenzwert eingeführt werden - wie es Dänemark plant. Die meisten anderen Länder auch in der EU orientieren sich aber weiter an der WHO.

Der Offene Brief plädiert auch dafür, das Nitrat-Problem an der Quelle anzugehen: bei der Überdüngung in der Landwirtschaft. Das könnte auch Umwelt und Klima helfen.