Ein Wissenschaftsteam von mehreren deutschen und belgischen Unis wollte wissen, ob es beim Nachhahmen kulturelle Unterschiede gibt. Die Forschenden haben Versuche mit 4.400 Testpersonen aus 22 Ländern gemacht. Einige dieser Gesellschaften legen mehr Wert auf Individualität, persönliche Freiheiten und eigene Ziele. Im anderen Ländern anderen sind Gemeinschaftsziele und Gruppenzugehörigkeit wichtiger.
Die Forschenden haben vermutet, dass Menschen aus diesen Ländern sich stärker gegenseitig imitieren, weil das Nachahmen soziale Bindung fördert. Die Versuche widerlegten diese Annahme aber: Menschen aus allen untersuchten Ländern imitierten die Gesten vom Gegenüber gleich stark. Die Forschenden sagen: Dieses Verhalten scheint also typisch menschlich zu sein.
Als nächstes will das Team untersuchen, ob wir Menschen aus unserer sozialen Gruppen stärker nachhahmen als Fremde und ob es eine Rolle spielt, ob das Gegenüber Mensch oder Roboter ist.
Die Studie ist im Fachmagazin Communications Psychology erschienen.
