Das zeigt eine Studie im Fachmagazin PNAS. Für die wurden Kinder aus verschiedenen Kulturen beobachtet. Darunter waren sowohl größere industrialisierte Gemeinschaften als auch kleine Gemeinschaften von Jägern und Sammlern, Ackerbauern und Hirten. Die Kinder bekamen ein Spiel, bei dem es darum ging, Murmeln aus einer Box zu holen. Bei einem Versuchs-Design hatte ein Kind die Box vorher schon einmal ausprobiert und wusste daher, wie es geht. Das Kind konnte dann entscheiden, wie es helfen wollten: aktiv eingreifen, die Lösung erklären oder beides.
In allen sechs Kulturen halfen die Kinder einander. Je jünger die Kinder waren, desto mehr halfen praktisch. Je älter sie waren, desto häufiger erklärten sie die Lösung. Feine, aber eindeutige Unterschiede gab es trotzdem.
Kinder aus einer landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft in Kenia erklärten häufiger einfach nur, anstatt praktisch zu helfen. Andersrum war es bei bolivianischen Quechua-Kindern: Sie halfen eher praktisch anstatt zu erklären. Deutsche Kinder griffen oft aktiv ein und erklärten gleichzeitig, wie es geht.
