Sie vermehren sich schnell und bedrohen in manchen deutschen Regionen Ökosysteme und die Artenvielfalt. Denn eigentlich stammen sie gar nicht von hier, sondern aus Nordamerika. Aber seit dem 20. Jahrhundert breiten sie sich auch hier in Deutschland aus. Um das einzudämmen, ohne die Waschbären zu töten, schlagen Forschende vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung und der Uni Potsdam jetzt Verhütungsmittel vor.
Sie wollen an einer neuen Falle arbeiten, mit einem KI- und Kamera-gesteuerten Köder. In den Fallen können den Waschbärweibchen Verhütungsmedikamente gegeben werden. KI und Kamera braucht es, damit die Anti-Baby-Mittel nicht aus Versehen anderen Tieren verabreicht werden, wenn sie in die Falle geraten. Das Team sagt, vor allem in Gebieten mit großem Waschbär-Bestand - z. B. in Städten - könnte Verhüten über längere Zeit begrenzen, wie schnell die Population wächst. Erstmal müsse aber getestet werden, welche Verhütungsmittel für Waschbären geeignet und sicher sind. Klassisches Jagen alleine bringt laut den Forschenden langfristig oft nichts, weil Waschbären viele Junge bekommen können.
Waschbären gelten als invasive Art. Es gibt sie in Europa, seitdem einige Exemplare im 20. Jahrhundert aus Pelzfarmen und Gehegen entkommen sind oder auch ausgesetzt wurden.
