Dass wir beim Telefonieren, Zähneputzen oder auch beim Blick in den Kalender ganz ähnliche Erlebnisse haben, liegt auch an der DIN-Norm: Mit ihr wird seit 100 Jahren passend gemacht, was nicht passt. 

Am 1. März 1918 startete die DIN-Norm, die deutsche Industrienorm, mit ihrer Bestimmung Nummer Eins. Heute gibt es rund 34.000 davon, etwa die DIN ISO 8601: Sie regelt weltweit, dass eine Kalenderwoche "ein Zeitintervall von sieben Tagen" ist, "das an einem Montag beginnt". Klingt super nerdy, hat aber einen Sinn.

Mit DIN-Norm wäre das nicht passiert

Die meisten dieser 34.000 Normen bleiben für uns unsichtbar oder sind schon so normal, dass wir deren Sinn total vergessen haben. Ob das Papier, auf dem wir herumkritzeln, DIN-A4 entspricht, ist uns erstmal egal. Auffällig wird es erst, wenn wir versuchen, für den tollen Designprint aus den USA einen Standard-Rahmen zu finden. Dort gibt es nämlich noch andere Standardmaße. Und auch unter den DIN-Normen gibt es solche, die nur für Deutschland gelten, für Europa oder eben weltweit.

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Deutschlandfunk-Nova-Reporter Stephan Beuting hat für uns im DIN-Archiv gekramt und zum Beispiel den Fall der DIN 14811 herausgezogen. Sie legt fest, wie die Anschlüsse von Feuerwehrschläuchen auszusehen haben. Dass so etwas geregelt werden muss, fiel erst auf, als etwas schief lief: 

Was tun, wenn's brennt

Im Ort Öschelbrönn bei Pforzheim war nämlich im September 1933 ein Feuer ausgebrochen. Großalarm! Die von weiter weg herbeieilenden Feuerwehren konnten jedoch nicht viel ausrichten. Ihre Schläuche passten nicht auf die Anschlüsse der anderen Löschfahrzeuge. Heute regelt die DIN 14811, wie Druckschläuche bei der Feuerwehr auszusehen haben. Andere Normbeispiele sind weniger dramatisch, dafür aber praktisch.

Zu den klassischen Normen gehört etwa die Festlegung, wie Kleider- und Schuhgrößen richtig vermessen werden oder aber wie Kondome beschaffen sein müssen. Die DIN EN ISO 20126 bestimmt, wie viel Druck unsere Zahnbürstenborsten aushalten müssen - damit sie uns nicht zwischen den Zähnen hängen bleiben.

"Das Prüfverfahren DIN EN ISO 20126​ schreibt zum Beispiel vor, dass eine Zahnbürstenborste einer Zugkraft von 15 Newton standhalten muss."
Oliver Boergen, Pressesprecher DIN

Sorge, dass den Normierern bald das Material ausgeht, besteht übrigens nicht. Allein durch neue Entwicklungen oder digitale Dienstleistungen gibt es jede Menge neue Möglichkeiten. Relativ frisch gebastelt wird an einer Norm für online bestellte Lebensmittel. Sie soll Verpackung und Lagerung regeln, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

Allerdings bestehen DIN-Normen nicht für die Ewigkeit. Sie können beispielsweise an europäische Standards angepasst werden oder ganz verschwinden. Immer dann, wenn es keine Nachfrage mehr für das Produkt gibt. Also: Bye bye DIN-Norm für Schreibmaschinenbänder!

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