Am 13. Februar 1945 war Ursula Rosch 28 Jahre alt. Als in dieser Nacht die Bomben auf Dresden fielen, wusste sie, dass sie nur an einem Ort sicher ist: am Wasser, an der Elbe. Ursula Rosch war die Oma unserer Autorin Julia Rosch. Die ist in Dresden geboren - hat aber nur kurz dort gelebt. Trotzdem spielen Dresden und die Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 in ihrer Familie eine wichtige Rolle.

Ursula Rosch ist am 29. Oktober 1916 in der Nähe von Dresden geboren. Als Kind, irgendwann in den 20er Jahren, zog sie mit ihren Eltern in nach Dresden. Ursula, die beiden jüngeren Brüder und die Eltern lebten in einer großen Wohnung am Sachsenplatz, direkt am Elbufer - mit hohen Decken, Flügeltüren und Fischgrätparkett.

Das alte Dresden

Die Familie gehörte zum Mittelstand, man speiste von Meißner Porzellan, trank aus handgeschliffenen Gläsern, besuchte Konzerte und Ausstellungen. Doch der größte Einschnitt im Leben der damals 28-jährigen Ursula war die Nacht vom 13. auf den 14. Februar. Ihre Rettung damals war die Lage der Wohnung direkt am Elbufer.

"Meine Oma hat mir nur ein Mal von dieser Nacht erzählt. Oma erzählte von Bomben und Feuer und wie sie zur Elbe gelaufen ist. Das Wasser hat sie gerettet, sagte sie."
Julia über ihre Oma

Eine Nacht, alles zerstört

Nach dem 13. Februar war nichts mehr wie zuvor: Das Haus, die Wohnung - alles war zerstört. Was Ursula geblieben war, waren das Meißner Porzellan und die handgeschliffenen Gläser, die sie schon zuvor aus der Wohnung gebracht hatte. Die Erinnerungen an diese Nacht prägen die Familie bis heute, obwohl kein einziges Familienmitglied mehr in Dresden lebt.

"Das Porzellan und das Besteck waren das einzige, was ihr aus der Wohnung mit dem Fischgrätparkett geblieben ist. Alles andere ist in der Bombennacht verbrannt."
Julia über ihre Oma