Benjamin Gerold ist 32 Jahre alt, lebt in Berlin und ist farbenblind. Korrekt muss das eigentlich heißen: Er ist farbfehlsichtig. Schon im Kindergarten hat das zu Verwirrung geführt. Heute hat er eher Probleme beim Bananenkauf. Am liebsten isst er richtig schöne, leuchtend gelbe Bananen - kann sie aber leider nicht von den unreifen gelbgrünen unterscheiden.

"Das war einfach immer so, dass ich nicht wusste, welche Farbe ich für welche Situation zu wählen hatte. Das gab es eigentlich schon im Kindergarten, da hatte ich auch schon Bilder gemalt, die dann einen lila Himmel hatten anstatt eines blauen - oder braune Blätter, grüne Baumstämme."
Benjamin Gerold ist farbfehlsichtig, umgangssprachlich bekannt als farbenblind

In der dritten Klasse hatte Benjamin eine Kunstlehrerin - Frau Spieß – die den Schülern die Aufgabe gegeben hatte, ein Selbstporträt zu malen. Benjamin hat für sein Bild dann eine Vier bekommen - weil er sich ein grünes Gesicht gemalt hatte. "Ich dachte, das wäre die Hautfarbe. Aber es war halt komplett grün. Dann habe ich als Entschuldigung angeführt, dass ich farbenblind wäre." Die Lehrerin hat dann gesagt, dass sie das weiß, ist aber trotzdem bei ihrer Note geblieben: Ein grüner Kopf kriegt eine Vier. Benjamin findet das bis heute nicht Ordnung.