Sie sehen aus wie Rauchmelder, messen aber die Lautstärke oder Bewegungen. Airbnb bewirbt die Überwachungsgeräte für Vermieter von Ferienwohnungen und bietet Rabatte.

Wir kennen die Horrorgeschichten von Menschen, die ihre liebevoll und hochwertig eingerichtete Wohnung über Airbnb vermietet und dann als total zertrümmertes Schlachtfeld wiedergefunden haben. Aber wir wissen auch aus der eigenen Erfahrung, dass es in sehr vielen Fällen sehr gut läuft. Nun gut, Airbnb hat da für sich jetzt noch eine Marktlücke entdeckt und neue Geräte auf den Markt gebracht: Sensoren, die die Wohnungen überwachen sollen.

Unter dem Stichwort "Party-Verhinderung" bietet Airbnb Rabatte für Vermieter in ihrem Netzwerk auf bestimmte Überwachungssensoren an. Auf der deutschsprachigen Airbnb-Website gibt es drei verschiedene Geräte:

  • Zwei Lautstärke-Tracker, die den Vermieter oder die Vermieterin informieren sollen, wenn es anhaltenden Lärm in der Bude gibt.
  • Das dritte Gerät wird damit beworben, dass es neben Lärm auch noch Temperatur, Bewegung und Luftfeuchtigkeit messen kann.

Offensichtlich wurden die Geräte speziell für AirBnb-Vermieter und -Vermieterinnen entwickelt. Der Erfinder hat Bloomberg News zumindest erzählt, dass er mal ein Problem mit zu lauten Mietern und anschließendem Stress in der Nachbarschaft hatte. Dadurch sei er auf die Idee gekommen, den Lärm zu überwachen.

Der Sensor sendet Daten über Lautstärke ans Smartphone

In einem Werbevideo wird präsentiert, wie eine Vermieterin auf dem Smartphone checkt, wie laut ihre Mieterinnen gerade sind, also ob sie eine Party veranstalten oder ruhig sind. Vermieter können sich über die Geräte sogar einen Alarm einrichten, wenn der gemessene Dezibelwert über einen längeren Zeitraum den eingestellten Höchstwert überschreitet. Durch ein lautes Türzuschlagen wird der Alarm dann also nicht ausgelöst, durch eine Party mit anhaltend lauter Musik aber schon.

Das dritte Gerät im Airbnb-Sortiment kann sogar Bewegungen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Wer diese Daten interpretiert, könnte zum Beispiel auch erkennen, ob mehr Menschen in der Wohnung sind.

Aufnahmen sollten in der Hausordnung stehen

Airbnb empfiehlt seinen Kundinnen und Kunden, dass sie in ihren Hausregeln erklären sollten, ob sie Überwachungskameras oder andere Aufnahmegeräte verwenden. Sie sollten auch bekannt geben, wann Aufnahmen stattfinden.

Daten, die gesammelt werden, können im schlimmsten Fall auch gehackt werden. Moritz Tremmel ist IT-Experte bei Golem.de. Er sagt, Airbnb könnte aus den Daten vielleicht sogar herauslesen, wie jemand seine Abende verbringt, ob jemand ein lauter oder leiser Mensch ist, Freunde einlädt, lauten Sex hat und ob man lüftet oder nicht.

"Man kann von außen erkennen, welche Geräte jeweils im Wlan sind. Und kann dann einfach an alle Geräte, die im Wlan sind, einen Befehl schicken: Hey, trenn mal deine Verbindung."
Moritz Tremmel von Golem.de

Moritz Tremmel von Golem.de erklärt, dass sich die Geräte mit ein bisschen Übung außer Gefecht setzen lassen: Der Trick: Alle Geräte vom Wlan-Netz trennen. Der Sensor kann dann keine Daten mehr schicken. Das Problem: Eins der von Airbnb empfohlenen Geräte zeichnet trotzdem weiter auf und schickt dann eben die Daten, wenn es wieder Wlan hat. Und weil die Geräte aussehen wie Rauchmelder, ist es grundsätzlich nicht so einfach, sie zu erkennen.