Seit 22 Jahren ist Terry Klein auf Mückenjagd im Niemandsland zwischen Nord- und Südkorea. Von dort aus starten die Malaria-Mücken in die beiden Länder.

Terry Klein ist ein pensionierter US-Soldat und Entomologe. Er hat den Auftrag, in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea Mücken zu sammeln, die Malaria und die japanische Enzephalitis übertragen. Sein Auftrag diente der Malariaprophylaxe für die in Südkorea stationierten US-Soldaten. Weil Terry Klein die koreanische Mückenart entdeckt hat, die für Verbreitung in der Region zuständig ist, heißt sie Anopheles Kleini. Südkorea gilt heute als weitestgehend malariafrei. Doch aus dem Grenzstreifen starten immer wieder Mücken und verbreiten das Virus.

Seit 1953 hat die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea kaum ein Mensch betreten. Die Sumpflandschaft und die tropische Hitze im Sommer sind ein idealer Lebensraum für Moskitos. Jedes Jahr infizieren sich Südkoreaner, die in der Nähe des Grenzstreifens leben. In Nordkorea, davon gehen die Vereinten Nationen aus, wird die Situation ähnlich sein. Die Inkubationszeit des Malariaerregers dauert sechs bis neun Monate. Diese Malariavariante verläuft nicht tödlich, aber kräftezehrend.

"Malaria was here before 1993, but it was not reported, maybe that is partly political."
Terry Klein, Entomologe

Im Jahr 2000 kam es laut WHO zu einem sprunghaften Anstieg der Malariainfektionen: 4000 Infizierte in Süd- und über 300.000 in Nordkorea. Damit sich eine derartige epidemische Ausbreitung nicht wiederholt, müssten laut Direktor des International Vaccine Institute, Jerome Kim, Laboratorien in Nordkorea eingerichtet werden, damit das Gesundheitsministerium erkennen kann, wo die Ansteckung stattfindet, wie sie verläuft und welche Altersgruppen betroffen sind.

"The whole area, it’s a four kilometer wide area, is composed of grasses and low lying areas that provide mosquito habitats."
Terry Klein, Entomologe

Die Reportage von Malte Kollenberg auf Englisch bei der Deutschen Welle: