Für die rund 15 Millionen Menschen in und um Bangkok sind die Garküchen ein Lebensmittelpunkt. Die thailändische Militärrjunta hält sie für unhygienisch und will sie abschaffen.

Marin Trenk ist Ethnologe. Zu seinem Forschungsgebiet zählen auch die Garküchen in Thailand. Er sagt, dass die 15 Millionen Menschen in und um Thailand mindestens einmal am Tag bei einer Garküche vorbeischauen, um etwas zu essen. Auch er schafft es selten an ihnen vorbei, ohne sich einen Papayasalat mit Garnelen und Erdnüssen zu holen, den auch die Thailänder sehr lieben. 

Für die Bangkoker sind die Garküchen nicht nur wichtig, um satt zu werden - sie sind ein sozialer Ort, an dem sie sich mit Freunden treffen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. 

"Es ist ein Paradox, dass sich die ganze Welt dem Streetfood zuwendet - selbst wir Deutschland mit der Foodtruck-Bewegung -, aber das Mutterland und die Hauptstadt Bangkok sich davon abwenden."
Marin Trenk, Ethnologe
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Die Garküchen haben es schwer

In der Vergangenheit hat die Militärjunta, die Thailand regiert, schon angekündigt, die Garküchen in Bangkok abzuschaffen, aber dies nicht konsequent umgesetzt. Deswegen glaubt der Ethnologe nicht wirklich daran, dass die Garküchen komplett aus dem Stadtbild der Hauptstadt verschwinden.  

"Mich irritiert, dass die Militärregierung ausgerecht mit dem Khao San Viertel anfangen will - es ist das Touristenviertel Bangkoks für junge Leute, und da ist es eine der ganz großen Attraktionen."
Marin Trenk, Ethnologe

Wer eine Garküche in Bangkok betreibt, muss immer wieder mit Widrigkeiten kämpfen, sagt Marin Trenk, der schon oft mit den Besitzern der mobilen Imbissbuden gesprochen hat. Die thailändische Polizei gilt als korrupt und soll immer wieder Schutzgelder erpresst haben.

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Eine mögliche Alternative für die Garküchen, die oft auch mal Gehwege oder Straßenränder blockieren, wäre, sie in befestigte Gebäude umzusiedeln. Aber dadurch würde das Ausgehviertel Khao San seinen Charme und eine seiner Haupttouristenattraktionen verlieren. Und das würde dann der gesamten Stadt schaden.

"Die Militärs haben immer wieder mal so etwas angekündigt, die sind auch nicht auf die Zustimmung der Bevölkerung angewiesen. Sie haben so Fantasien von Ordnung, Sauberkeit und vom Durchgreifen."
Marin Trenk, Ethnologe