Im Laden beraten lassen und dann billiger online kaufen. Haben wir alle mal gemacht, oder? Für den Einzelhandel ein Problem. Darum berechnet ein Münsteraner Kinderkaufhaus für die Beratung 25 Euro. Mit der Strategie ist der Laden nicht allein.

Im Kinderkaufhaus Mukk in Münster gibt es Kinderwagen, Kindertragetücher und mehr. Die Eltern lassen sich beim Kauf natürlich beraten. Manchmal kaufen sie dann aber nicht im Laden, sondern online. Mukk-Chef Jürgen Budk bleibt trotzdem auf den Personalkosten für 50 Mitarbeiter sitzen. Eine Beratungsgebühr von 25 Euro sei darum normal, sagt Budk. Das sehen nicht alle Kunden so. Dem Kaufhaus zufolge sind manche von ihnen schon wütend rausgestapft.

Einkaufen gegen Eintritt

Das Konzept ist nicht ganz neu. Michael Pütz ist schon 2016 auf eine ähnliche Idee gekommen. Er hatte einen kleinen Laden in der Essener Innenstadt. Bei Ideenreich hat er handgemachte Dekoartikel und Geschirr verkauft. Irgendwann hat sich das Geschäft aber nicht mehr richtig gelohnt. Obwohl im Schnitt etwa 50 Leute am Tag in seinem Laden waren, lagen abends nur etwa 12,50 Euro in der Kasse.

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Also nahm Pütz Eintritt! Zwei Euro pro Besucher. Auf Facebook gab es dafür viel Tadel, aber auch Verständnis. Für ihn war das eine gute Werbung. Seine Artikel vertreibt er mittlerweile als Stadt-Land-Pott auch online.

"Es müssen eigene Konzepte her. Dieses 'Gegen das Internet arbeiten' finde ich und fand ich damals schon langweilig."
Michael Pütz, Ladenbesitzer

Das Internet zu verteufeln findet Pütz zu kurz gedacht. Er hat stattdessen neue Ideen entwickelt und verknüpft jetzt Online-Shopping und das Einkaufen im Laden miteinander. Er setzt zum Beispiel auf Beratungsgutscheine. Wenn ein Kunde in seinem Internetshop etwas kauft, fragt Pütz ihn per Mail, in welchem Laden die Beratung stattgefunden hat. "Wer dann sagt: 'In Bochum, in dem und dem Laden oder in Münster, in dem und dem Laden', dann bekommt dieser Laden auch den Verkauf gutgeschrieben", erklärt Pütz.

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