In der Jogginghose zum Bewerbungsgespräch? Geht gar nicht! Der erste Eindruck zählt nämlich. Und das gilt auch für die Bewerbungsunterlagen - darum solltet ihr da nicht die erstbeste Schrift wählen.

Times New Roman und Arial sagen über euch: Keinen Bock auf Layout gehabt und einfach die Schrift genommen, die am meisten verwendet wird. Welche Schriftarten funktionieren und welche nicht, das hat sich unser Reporter Pascal Fischer einmal angesehen:

Die Do-Not-Liste der Schriftarten:

  • Times New Roman vermeiden, weil die Schriftart inflationär benutzt wird.
  • Arial wird ähnlich häufig wie Times New Roman benutzt. Wer sich für diese Schriftart entscheidet, hat sich ebenso wenig mit Formatierungen beschäftigt. Zumindest erweckt er so den Eindruck.
  • Courier ist eine nicht proportionale Schrift und gibt das Schriftbild einer Schreibmaschine wieder. Es gibt keinen guten Grund, sie für ein Schreiben, das mit einem herkömmlichen Rechner verfasst wurde, zu verwenden.
  • Falls ihr glaubt, Comic Sans sei die Ausgeburt an Kreativität: Vergesst diese Schriftart! Damit kann niemand landen, egal für welchen Zweck ihr sie verwenden wollt.
  • Nicht zu empfehlen sind ebenfalls: Impact und Futura. Impact hat ein großes Schriftbild und macht das Anschreiben im Fließtext völlig unlesbar. Ebenso Futura: Die Schriftart hat ungewöhnlich große Kleinbuchstaben und einen starken Kontrast zwischen scharfkantigen und runden Buchstaben.

Bewerbungscoach Jürgen Hesse sieht die Auswahl der Schriftype eher gelassen, berichtet unser Reporter, bis auf eine Ausnahme: Algerian - die würde er niemals verwenden. Mit der sehe die Bewerbung nämlich aus wie ein Erpesserschreiben.

"Heutzutage ist bei einer Bewerbung fast alles erlaubt. Wir bewegen uns in einem Wandel. Und gerade, was die Schrifttype anbetrifft, ist das eine ganz enorme Geschmackssache."
Jürgen Hesse, Coach

Mit diesen Schriftarten könnt ihr punkten:

  • Garamond ist eine schöne Serifenschrift, wird aber weitaus weniger häufiger als Times New Roman verwendet.
  • Helvetica ist eine klassische serifenlose Schrift, die mehrere Firmen verwenden. Vielleicht gilt sie auch deshalb als "edel". Sie hat einen cleanen und zeitgenössischen Look.
  • Georgia ist eine andere Alternative zu Times New Roman. Unterschied: Die Buchstabenformen werden mit einem dickeren Strich gezeichnet. Dadurch ist die Serifenschrift auch in kleinerer Schriftgröße gut zu lesen. Für digitale Bewerbungen eignet sich diese Schrift sehr gut.
  • Cambria lässt sich ebenfalls gut auf dem Bildschirm lesen. Die Serifenschrift wurde sogar extra dafür entwickelt.
  • Calibri gehört zu den serifenlosen Schriftarten und gilt als Alternative zu Arial, weil sie nicht so häufig verwendet wird.
  • Gill Sans ist eine leicht lesbare einfach serifenlose Schriftart. Sie ist in Großbritannien sehr beliebt.

Für welche wir uns letztlich entscheiden, ist Bauchgefühl, sagt Jürgen Hesse. Wer unsicher ist, soll einfach noch mal Freunde nach ihrer Meinung fragen. Oder einfach die Schriftart des Unternehmens benutzen. Das suggeriere gleich: Nehmt mich, ich gehöre eigentlich schon dazu!