Wer gute Noten aus Schule und Uni mitbringt, hat es auf dem Arbeitsmarkt leichter. Bewerber mit schlechten Bewertungen müssen kreativer sein. Für alle gilt: Mit den Noten in Bewerbung und Vorstellungsgespräch richtig umgehen.

Noten sind wichtig für die Bewerbung. Selbst Noten aus der Schule, die einige Jahre zurückliegen. Cornelia Riechers, Karrierecoach und Autorin bei karrierebibel.de, hat mal bei einer Rückversicherung gearbeitet. Dort durfte sie nur Bewerber zum Bewerbungsgespräch einladen, die in der Schule im Fach Mathe eine bessere Note als 3 hatten. Sie sagt: Gerade für Einsteiger ohne Berufserfahrung sind Noten wichtig, egal ob aus Uni oder Schule.

Mindestens genauso wichtig sind Arbeitszeugnisse. Sie müssten erstens vorhanden sein, zweitens natürlich so gut wie möglich. Das kann man nicht immer beeinflussen. Aber man kann auf die korrekten Formulierungen achten. "Manchmal ist ein Zeugnis vom Arbeitgeber gut gemeint, aber falsch geschrieben", sagt Riechers. Dann sollten die Mitarbeiter auf Verbesserungen drängen. "Arbeitszeugnisse begleiten einen das ganze Leben."

Noten im Bewerbungsgespräch nicht ansprechen

Cornelia Riechers hat einige Tipps, wie man mit Noten rund um die Bewerbung am besten umgehen sollte:

  • Bei schlechten Noten während des Studiums schon möglichst viel Berufserfahrung sammeln, generell kreativ sein bei der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch.
  • Sehr gute und gute Noten schon im Anschreiben vermerken. Im Lebenslauf überdurchschnittlich gute Noten erwähnen.
  • Im Vorstellungsgespräch die Noten nicht ansprechen, es sei denn es wird danach gefragt.
  • Begründung für schlechte Noten überlegen. Zum Beispiel: Ich war viel beschäftigt durch Nebenjob, Familie, Berufserfahrung sammeln…

Das erste Bewerbungsgespräch von Cornelia Riechers vor vielen Jahren lief übrigens so ab: "Sie haben gute Noten, können Englisch, Französisch - na dann auf gute Zusammenarbeit." Das läuft heute in aller Regel anders.